Neue EU-Gebäuderichtlinie: Fast-Null-Energie-Häuser werden Pflicht

21. Mai 2010 | von

Das EU-Parlament in Brüssel hat mit der Verabschiedung der neuen Gebäuderichtlinie die energetischen Anforderungen bei Neubauten und Sanierungen deutlich verschärft. Künftig müssen neu errichtete Gebäude dem „Niedrigstenergie“-Standard entsprechen. Auch der Energieausweis soll gestärkt werden: Die Energieeffizienzklasse muss in Immobilienanzeigen angegeben werden.

Die Novelle der Richtlinie soll bereits im Juni 2010 in Kraft treten und danach innerhalb der nächsten 18 Monate im nationalen Recht der EU-Länder umgesetzt werden. In Deutschland muss aus diesem Grund die Energieeinsparverordnung (EneV) den neuen Anforderungen angepasst werden und Ende 2012 in Kraft treten – in welchen Umfang, steht allerdings noch nicht fest.

Die Richtlinie legt die Standards für Neubauten und Sanierungen fest und sieht vor, dass ab dem 31.12.2020 sämtliche Neubauten als sogenannte Niedrigstenergiehäuser gebaut werden müssen, also ein „kostenoptimales Niveau für die gesamte Lebensdauer“ erreichen, wie es in der EU-Amtssprache heißt. Eine genauere Definition durch die EU-Kommission soll in den nächsten Monaten noch folgen. Eins steht aber bereits jetzt fest: Die Anforderungen an die Energieeffizienz werden nochmals verschärft. Neu erreichte Immobilien sollen ihren dann ohnehin schon geringen Energiebedarf möglichst mit regenerativen Quellen decken. Mit gutem Beispiel voran gehen sollen dabei die Behörden. Öffentliche Neubauten müssen den Standard bereits zwei Jahre vorher erfüllen.

Klimaschützer zeigen sich allerdings enttäuscht, schließlich machen Neubauten nur einen verschwindend geringen Anteil des Gebäudebestandes aus, während die neuen Richtlinien nur bei größeren Altbau-Sanierungen Anwendung finden sollen und das auch nur für den Fall, dass „dies technisch und wirtschaftlich machbar“ sei.

Ganz konkrete Auswirkungen auf Bestandsbauten haben dagegen die Neuregelungen beim Energieausweis. Dieser soll Mietern bzw. Wohnungskäufern sowohl bei Besichtigung einer Wohnung gezeigt als auch bei Zustandekommen eines Miet- oder Kaufvertrages als Kopie ausgehändigt werden. Auch soll die Energieeffizienklasse zukünftig in Immobilieninseraten angegeben werden. Beifall findet diese Regelung beim Deutschen Mieterbund (DMB), denn es sei wichtig, „dass schon bei der Suche nach einer neuen Wohnung im Internet oder in Zeitungen auf einen Blick deutlich wird, ob mit hohen oder niedrigen Energiekosten zu rechnen ist“, so Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten.




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