EZB Neubau in Frankfurt soll Turm der Stabilität werden

26. Mai 2010 | von

Frankfurt am Main bekommt einen neuen Wolkenkratzer: Mit knapp einem Jahr Verspätung und acht Jahre nach den ersten Planungen haben die Bauarbeiten für die beiden neuen EZB-Türme begonnen. 2014 sollen die ersten Mitarbeiter einziehen.

Wolkenkratzer sind außer einem Arbeitsplatz für Tausende Mitarbeiter seit jeher auch ein Symbol der Macht. Je spektakulärer und größer sie sind, desto mächtiger sind auch ihre Besitzer. In Frankfurt am Main, einem der wichtigsten Finanzplätze Europas sind es vor allem die Banken, die hier ihre Stärke demonstrieren. Doch während der Finanzkrise hat das Ansehen der Banken ein wenig gelitten und Macht-Symbole sind angesichts milliardenschwerer Rettungspakte ein wenig schlecht gelitten.

Wenn nun also mitten in der Krise ein ursprünglich mal 500 Millionen Euro teurer Bankenturm gebaut wird, bedarf es ganz besonderer Symbole, um nicht nur Kopfschütteln zu ernten. Entsprechend bezeichnete der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, das neue EZB-Gebäude als ein Symbol „für die Stabilität des Euro und die geforderte Transparenz des europäischen Finanzplatzes“. Demensprechend wurden auch Eurobanknoten und –münzen aus allen Euro-Ländern und Tageszeitungen aus 27 EU-Mitgliedstaaten in den Grundstein gelegt. Der Bau der neuen EZB-Türme sollte bereits vor einem Jahr beginnen, doch massiv gestiegene Preise für Rohstoffe machten den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Zudem fand die EZB lange keinen Generalunternehmer, der das Mammutprojekt nach Plänen des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au stemmen wollte.

Gebaut werden die beiden ineinander gewundenen, 185 Meter hohen Türme auf dem Areal der denkmalgeschützten Großmarkthalle im Frankfurter Ostend. Der 220 Meter lange Klinkerbau wird dabei im Zuge des Neubaus neue Aufgaben erhalten, ein Konferenz- und Besucherzentrum, eine Bibliothek und eine Kantine sollen hier einziehen.

Die Fertigstellung der Gebäude ist für Ende 2013 geplant. Anfang 2014 sollen dann auch die 1.400, bisher auf mehrere Gebäude in Frankfurt verteilten EZB-Mitarbeiter, in die neuen Räumlichkeiten einziehen. Wenn nichts dazwischenkommt, wird das Gebäude dann knapp 850 Millionen Euro gekostet haben.

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3 Kommentare zu EZB Neubau in Frankfurt soll Turm der Stabilität werden

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  3. landenonline sagt:

    Verteilt das Geld unter denen, die nicht so viel haben wie die EZB. Schönen Gruß auch an Griechenland und Angela Merkel, François Holland etc.

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