Mietrecht: Schnarchender Nachbar ist kein Grund für Kündigung

14. Juni 2010 | von

Mieter, die sich durch schnarchende Nachbarn belästigt fühlen, haben weder Anspruch auf Schadensersatz noch einen rechtmäßigen Grund für eine fristlose Kündigung. Das entschied das Bonner Amtsgericht in einem Urteil. So konnte selbst die Bestätigung der Lärmbelästigung durch einen Gutachter einem Ehepaar nicht helfen, ihre Klage gegen die schlafraubenden Geräusche ihres Nachbarn durchzusetzen.

Arten der Lärmbelästigung durch rücksichtslose Nachbarn gibt es viele. So müssen einige Mieter störende Geräusche durch Herumlaufen mit Straßenschuhen in der Wohnung eines darüber wohnenden Mieters genauso ertragen wie arbeitswütige Nachbarn, die nach 22.00 Uhr noch auf ihre Tastatur einhämmern. Während in letzterem Fall tatsächlich eine Mietminderung von bis zu 10 Prozent gerechtfertigt sein kann, haben Mieter in Bezug auf eine andere, schlafraubende Lärmbelästigung keine Chance.

So müssen die Geräusche eines schnarchenden Nachbarn hingenommen werden, selbst wenn ein Sachverständiger bestätigt, dass die tiefen Frequenzen eines Schnarchers bei Holzbalkendecken besonders gut weiter geleitet werden könnten. Das hat jetzt das Amtsgericht Bonn entschieden und damit die Klage eines Ehepaars gegen seine Vermieterin abgewiesen.

Dieses hatte 8.500 Euro Schadensersatz verlangt, weil sie sich von der Vermieterin, die eine ruhige Wohnung versprochen hatte, betrogen fühlten. Denn von Ruhe konnte keine Rede sein: Ein laut schnarchender Mieter unter der Wohnung des Paares sorgte für zahlreiche schlaflose Nächte. Nach vier Monaten reichten die Kläger die Kündigung ein und zogen aus. Die Richter waren jedoch der Meinung, es habe keinen Grund für eine fristlose Kündigung gegeben, schließlich könnten die Mieter in einem Mehrparteienhaus nicht erwarten, dass alle Geräusche ausgeschlossen werden.

Zudem verfüge das Wohnhaus laut einem Gutachten über einen ausreichenden Schallschutz, weshalb die Geräusche schlichtweg zu akzeptieren seien. Und auch die Vermieterin könne für die Geräusche der Nachbarn nicht zur Rechenschaft gezogen werden, denn als sie den Eheleuten ein ruhiges Objekt angeboten hatte, war nach eigenen Angaben die ruhige Lage des Wohnhauses gemeint. Letztendlich hat die Klage unangenehme Konsequenzen für das Paar: Sowohl die Kosten des Umzugs als auch die Maklerprovision müssen von den Eheleuten selbst getragen werden, abgesehen von drei Monatsmieten, die nachgezahlt werden müssen.

AZ: AG Bonn 6 C 598/08

PS: In einem Pingulina Hochbett ist Schnarchen eher unwahrscheinlich. Das liegt nicht daran, daß es besondere Features zur Schnarchreduktion bietet – es handelt sich dabei um ein Kinderbett, und Kinder schnarchen bekanntlich eher selten.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter Rechtliches abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Mietrecht: Schnarchender Nachbar ist kein Grund für Kündigung

  1. Pingback: Gelöste Frage: Kann mir jemand dieses Katzenverhalten erklären? | Katzen

  2. Anette sagt:

    guten abend! danke für den post… ich bin auf der suche nach wirksamen methoden gegen schnarchen.. für meinen freund

  3. Pingback: Ist die Leute wirklich das große Geld Doing Forex? | forex broker

  4. Pingback: Was stimmt dich bei deinem neuen Partner eher misstrauisch (s. Details)? | detektei

  5. Pingback: kündigung durch mieter | buzzlogs

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>