IVD-Standesregeln sollen Maklerimage verbessern

16. Juni 2010 | von

Das Immobilienmaklerbusiness ist nicht gerade die Branche mit dem besten Ruf. Nicht selten fragen sich die Immobilieninteressierten, welche Qualifikation ihr Gegenüber eigentlich besitzt und für welche Leistung sie zwei Nettokaltmieten bzw. 3 bis 6 Prozent vom Verkaufspreis zahlen sollen. Grund genug für den Maklerverband IVD, die „Standesregeln“ zu verschärfen.

Der IVD, Interessenvertreter der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen, möchte den Ruf der Immobilienmakler durch ein neues Zertifizierungsverfahren verbessern. Das mit Hilfe von Verbraucherschützern und einer Consultinggesellschaft erarbeitete Konzept soll die „fachliche Mindestqualifikation und die erforderlichen Verhaltensregeln für Immobilienmakler“ definieren, wie IVD Bundesgeschäftsführer Sven Johns erklärt. Johns erwartet, dass sich in den nächsten Jahren eine nennenswerte Anzahl an Immobilienmaklern zertifizieren lassen wird.

Als Grundlage der Zertifizierung dient die seit April gültige EU-Norm DIN 15733, bei der das Verhältnis zum Kunden, die Informationspflichten des Maklers und der zugrundeliegende Vertrag im Vordergrund stünden – sprich, es geht um den Makler und die Güte seines Tuns.

Als Mindestvoraussetzung für die Zulassung zur Prüfung soll zukünftig ein entsprechender Bildungsabschluss wie beispielsweise Immobilienfachwirt (IHK) nötig sein, zudem muss der Makler während der letzten vier Jahre mindestens drei Jahre im Immobilienbereich tätig gewesen sein, davon zwei direkt in der Immobilienvermittlung. Auch Tätigkeiten in immobiliennahen Bereichen oder kaufmännische Berufe können gutgeschrieben werden – und selbst in Sachen Immobilien gänzlich Unerfahrene können ihre Fähigkeiten in einem individuellen Zulassungsverfahren nachweisen – um die praktischen Tätigkeiten kommen sie aber nicht herum.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, braucht sich aber nicht mit Kursen und Lehrgängen herumzuplagen, sondern kann gleich zu Tat schreiten. Neben einer Prüfung mit schriftlich zu bearbeitenden Aufgaben muss eine Fallstudie gelöst werden, wie Alexander Achten, Leiter der Zertifizierungsstelle bei der DIA, erklärt. Je nach Spezialisierung des Maklers auf Wohn-, Gewerbe- und Anlageimmobilienvermittlung unterscheiden sich die Prüfaufgaben. Zudem sei das Zertifikat drei Jahre gültig und personenbezogen.

Nach Ansicht von Achten wird das Ansehen der Makler in der Öffentlichkeit durch die Zertifizierung steigen, da diese „unabhängig erstellt ist und eine neutrale Grundlage für die Arbeit des Immobilienmaklers und das Verhältnis zum Kunden darstellt“. Davon ist man auch beim IVD überzeugt. „Die Standesregeln des IVD sind ein wichtiger Bestandteil der Regeln für den Umgang von Immobilienmaklern untereinander und mit ihren Kunden“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident und Pressesprecher des Immobilienverbands IVD, da sie aktiv dem Schutz der Verbraucher dienen. „Der IVD setzt damit seinen konsequenten Weg für den Schutz der Interessen von Verbrauchern bei Immobiliengeschäften fort“, so Schick weiter. Ziel sei es, dass ein „Fehlverhalten von Immobilienmaklern bei der Vermittlung von Immobilien durch den Verband geahndet werden kann“, ergänzt IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling.




Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0
Dieser Beitrag wurde unter News abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu IVD-Standesregeln sollen Maklerimage verbessern

  1. Pingback: immobilien makler | buzzlogs

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>