Bundeskartellamt stellt Verfahren ein: Gaskunden wurden um 444 Mio. Euro entlastet

24. Juni 2010 | von

Das Einschreiten des Bundeskartellamts gegen überhöhte Gaspreise hat zahlreiche Kunden um ingesamt knapp 444 Millionen Euro entlastet. Jetzt hat die Behörde das Verfahren gegen 30 Gasversorger eingestellt, wie gestern in Bonn bekannt gegeben wurde.

Das Bundeskartellamt hat seine Verfahren gegen 30 Gasversorger aus dem Jahre 2008 jetzt endgültig eingestellt. Damals war gegen eine Vielzahl von Gasversorgern aufgrund des Verdachts auf missbräuchlich überhöhte Preise ein Verfahren eingeleitet worden. Jetzt entschied sich die Behörde, zur Beendigung des Verfahrens umfangreiche Zusagen mit den Unternehmen zu vereinbaren. Positiv ist das im Endeffekt für die Verbraucher: Da keine förmliche Entscheidung getroffen werden musste, konnten die erzielten Vorteile direkt den Verbrauchern zu Gute kommen.

So sahen die Zusagen der Gasversorger gegenüber dem Bundeskartellamt vor, dass für 2007 und 2008 insgesamt 130 Millionen Euro an die Kunden rückerstattet werden. Diese Nachzahlungen sollen auch nicht in Form von Preiserhöhungen im Jahre 2009 wieder kompensiert werden – ein Versprechen, das auf der sogenannten No-Repeated-Game-Klausel basiert. Dass diese von allen Unternehmen im Verlauf des Verfahrens eingehalten wurden, ergab jetzt die Evaluierung des Bundeskartellamts. So wurden sie Kunden durch Rückerstattungen und indirekt durch unterlassene Preiserhöhungen insgesamt um rund 444 Millionen Euro entlastet. „Inzwischen haben auch auf den Gasmärkten erste Elemente von Wettbewerb Einzug gehalten“, so der Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt. „Die Verbraucher sollten von den bestehenden Wechselmöglichkeiten umfassend Gebrauch machen, um den Druck auf die Versorger zu erhöhen.“

In den Jahren 2008 und 2009 hatten die Unternehmen insgesamt 314 Millionen Euro an gestiegenen Kosten, insbesondere höhere Netzentgelte und Gasbezugskosten, nicht an die Verbraucher weitergegeben oder Preissenkungen vorgenommen, die noch über die Einsparungen durch niedrigere Gasbezugskosten in 2009 hinausgingen. Glücklicherweise erwiesen sich die Befürchtungen infolge des Vorgehens des Bundeskartellamtes, neue Anbieter könnten vom Markteintritt abgehalten werde, als unbegründet. Im Gegenteil, der Wettbewerb um Gaskunden hat laut der Evaluierung im Jahr 2009 durch eine Vielzahl neuer Anbieter erheblich an Schwung gewonnen. Da sich auf diese Weise Produktvielfalt sowie Einsparpotentiale erhöhten, machten Verbraucher zunehmend von den bestehenden Wechselmöglichkeiten Gebrauch.




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