Europa-City soll nachhaltiges Quartier werden

2. Juli 2010 | von

Noch ist der Bereich nördlich des Berliner Hauptbahnhofes ödes Brachland, doch bald soll mit der „Europa-City“ Leben einziehen. Und wie es sich gehört, soll das Projekt Maßstäbe setzen. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei das Trendthema „Nachhaltigkeit“. Dazu hat eine eigens eingesetzte Nachhaltigkeitswerkstatt Infrastruktur Vorschläge ausgearbeitet.

„Mit der Positionierung der Europacity als Vorreiter und Vorbild im Bereich der Nachhaltigkeit unterstreichen die Beteiligten die Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Stadt und ihren künftigen Bewohnern“, fasste die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher die Intention hinter dem Nachhaltigkeitskozept des knapp 40 Hektar großen Geländes zusammen. „Letztendlich geht es um nichts weniger, als das neue Quartier zu einem zukunftsweisenden, attraktiven und lebendigen Ort mit einer eigenen Identität zu entwickeln“, so Lüscher weiter.

Auf das Leitthema „Nachhaltigkeit“ hatten sich die Senatsverwaltung, Bezirk sowie die Grundstückseigentümer Deutsche Bahn und Vivico bereits während der Entstehungsphase des städtebaulichen Konzepts geeinigt. Die zur Ausarbeitung verschiedener Ideen eingesetzte Nachhaltigkeitswerkstatt aus 25 Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung entwickelte daraufhin einen Katalog mit Vorschlägen zu den Themen Abfall, Baustoffe, Energie, Freiraum, Soziales, Verkehr und Wasser.
Henrik Thomsen von Vivico Berlin favorisiert dabei ein Konzept „ganzheitlicher und nachhaltiger Urbanität“, das vom „ressourcenschonenden Abtransport der Rückbaumaterialien mit Schiffen über den Einsatz von Recycling-Pflastersteinen bis hin zu einer zentralen Kiez-Agentur im künftigen Quartier“ eine weitreichende Palette von Maßnahmen beinhaltet. Dazu gehöre es auch, den richtigen Nutzungsmix aus Arbeiten, Kultur und Wohnen zu finden.

Dieser Aspekt ist auch für den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, von besonderer Bedeutung. „Die Europacity wird erfolgreich sein, wenn sie das neue Zuhause für ganz unterschiedliche Menschen sein kann. Wir brauchen also die richtige soziale Mischung, die mit der Unterstützung familiengerechten Wohnens oder dem Anbieten neuer Wohnmodelle für jung und alt genauso erreicht werden kann, wie mit der frühzeitigen Einrichtung von Kindertagesstätten und kinderfreundlichen Straßenräumen“. Verkehrsberuhigte Zonen und Mobilitätsstationen für Fahrräder und Autos sollen die Europacity noch attraktiver machen.

Erste Zeichen soll dabei der „TOUR TOTAL“ setzen. Das circa 69 Meter hohe Bürogebäude soll als neue Deutschlandzentrale des Mineralölkonzerns Total fungieren und ist als „green building“ konzipiert. Ganz in der Nähe soll dann dazu passend auch eine neue Tankstelle entstehen, die außer den herkömmlichen Kraftstoffen auch Wasserstoff anbietet.




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