Schutz gegen steigende Strompreise: Preisgarantien werden immer beliebter

16. Juli 2010 | von

Stromtarife mit Preisgarantien stehen bei den Verbrauchern hoch im Kurs, schließlich sind sie oft die einzige Möglichkeit, sich vor kurzfristigen Preiserhöhungen zu schützen. Jeder dritte Verbraucher entscheidet sich bei einem Anbieterwechsel für Tarife mit mindestens sechsmonatiger Preisgarantie, wie eine Auswertung des Vergleichsportales toptarif ergab.

Riesen-LCD-Fernseher, Kühlschrank, Spielekonsole, PC: All die elektronischen Helfer und Unterhaltungsgeräte im Haushalt würden viel mehr Spaß machen, wenn da der Stromverbrauch nicht wäre. Unglücklicherweise steigen auch die Strompreise praktisch analog mit der Anzahl der Elektrogeräte – was die Stromrechnung nach oben treibt. Der Verbraucher hat allerdings nur wenige Möglichkeiten, die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen: Entweder kauft er sparsamere Geräte, ändert sein Verbrauchsverhalten, verzichtet auf den Komfort elektrischer Geräte oder wechselt zu einem günstigeren Stromanbieter.

Doch egal, auf welche Weise er Strom spart und wie oft er den Anbieter wechselt, spätestens gegen die unweigerlich steigenden Preise ist der Verbraucher dann kaum gefeit. Absichern kann er sich nur durch Tarife mit Preisgarantie – und die liegen immer mehr im Trend, wie eine Analyse des Verbraucherportals toptarif ergab.

Demnach entscheiden sich zwei von drei Stromkunden beim Anbieterwechsel für einen Tarif mit mindestens sechsmonatiger Preisgarantie. Immerhin knapp ein Drittel möchte noch längere Garantien von mindestens einem Jahr. Noch langfristigere Garantien von 24 Monaten und länger spielen dagegen keine Rolle. Thorsten Bohg von toptarif.de begründet das mangelnde Interesse an langfristigen Preisgarantien mit einem einerseits geringen Angebot an entsprechenden Tarifen und einer anderseits mangelnden preislichen Attraktivität. Oft lassen sich die Anbieter die Preisgarantien mit einem höheren Grundpreis bezahlen.

Besonders beliebt sind Preisgarantien von sechs und mehr Monaten in Rheinland-Pfalz (75 Prozent), Bremen und Thüringen (jeweils 72 Prozent), während in den Metropolen Berlin und Hamburg der Schutz gegen Preiserhöhungen eher selten gewählt wird, da der Wettbewerb unter den Stromanbietern so ausgeprägt ist, dass wechselwillige Verbraucher eher „zu günstigen Sonderangeboten ohne entsprechende Preisgarantien” tendieren, wie Bohg erklärt.

Preisgarantie schützt nicht vor Preiserhöhung

Paradoxerweise schützen Preisgarantien nicht in jeden Fall vor steigenden Strompreisen. Die Anbieter hätten unterschiedliche Modelle im Angebot, bei denen nicht automatisch alle Preisbestandteile preislich abgesichert sind. Verbraucher sollten sich deshalb für einen „Anbieter mit möglichst umfangreichen Garantien“ entscheiden, wie Bohg erklärt. Zumindest der Nettostrompreis sollte garantiert sein, im Optimalfall sollte die Garantie für alle Preiskomponenten des Tarifes gelten.

Garantien oft preislich attraktiv

Viele Anbieter verzichten darauf, sich die Garantie vom Verbraucher durch einen höheren Grundpreis bezahlen zu lassen. Gegenüber den günstigsten Tarif des lokalen Grundversorgers lassen sich im Durchschnitt 97 Euro sparen, maximal sind zum Beispiel in Essen Einsparungen von jährlich 210 Euro möglich.




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