KfW sieht Trendwende beim Wohnungsneubau

26. Juli 2010 | von

Die bundeseigene KfW sieht einen leichten Aufwärtstrend beim Wohnungsneubau. Einige Indikatoren würden darauf hinweisen, daß in 2010 mehr neue Wohnungen errichtet werden als im vergangenen Jahr. Der Bedarf würde aber bei Weitem nicht gedeckt, so das Kreditinstitut.

Der Wohnungsneubau befindet sich seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Immer weniger neue Wohnungen werden gebaut, obwohl der Bedarf an neuem Wohnraum durch gesellschaftliche und demographische Veränderungen da ist. Das vergangene Jahr markierte dabei einen neuen Tiefpunkt: 140.000 neuen Wohnungen bedeuten den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinung. Verbände und Organisationen warnen deshalb seit geraumer Zeit vor den Gefahren einer drohenden Wohnungsnot vor allem in den Ballungszentren.

Bei der KfW-Bankengruppe sieht man jetzt allerdings Zeichen einer leichten Trendwende. Der KfW-Indikator Eigenheimbau zeigte im Juni 2010 einen moderaten Anstieg um 8 Prozentpunkte auf 35,4 gegenüber dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Die KfW rechnet deshalb mit einer insgesamt höher ausfallenden Wohnungsbautätigkeit im Jahr 2010 – allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Die Experten gehen von 146.000 Neubauwohnungen aus, was gerade mal 6.000 Wohnungen mehr wären als im Negativrekordjahr 2009. Entsprechend vorsichtig zeigt man sich bei der KfW und spricht lediglich von einer „Bodenbildung“ im Wohnungsbau.

Um den zukünftigen Bedarf zu decken, ist die Erholung bei Weitem noch nicht ausreichend. „Auch wenn der Wohnungsbedarf in Deutschland durch starke regionale Unterschiede geprägt ist, ist unbestreitbar, dass das derzeitige Wohnungsneubauniveau nicht ausreicht, den auch in den kommenden Jahren noch steigenden Wohnungsbedarf zu bedienen“, so der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Norbert Irsch. In Zukunft werde die Zahl der Haushalte in Deutschland trotz des demographischen Wandels mindestens bis 2020 zunehmen, was auch durch den Bevölkerungsrückgang nicht kompensiert würde. Der Trend würde zu mehr und kleineren Haushalten gehen.




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