Immobilienfonds erneut abgewertet

27. Juli 2010 | von

Morgan Stanley wertet erneut ihren Immobilienfonds ab und sorgt damit für einen weiteren Verlust für die Anleger. Zur gleichen Zeit steht der Markt der offenen Immofonds in Deutschland kurz vor einer Neuregelung.

Das Abwerten von Immobilienfonds geht weiter. Nachdem die US-Bank Morgan Stanley seinen offenen Immobilienfonds P2 Value aufgrund drohender Mittelabflüsse schließen musste, nahm die Anlagegesellschaft jetzt den Anteilspreis ihres Fonds um 4,43 Euro auf 36,32 Euro zurück. 1 Euro davon entfalle in Zukunft auf die Ausschüttung, der Rest sei auf Neubewertungen zurückzuführen, wie Morgan Stanley auf seiner Internetseite mitteilte. Insgesamt ergebe das eine Abwertung von rund 8,6 Prozent. Vorher hatte das Fondsvolumen etwa 1,3 Milliarden Euro betragen.

Für die Anleger ist die erneute Abwertung nun schon der dritte Verlust innerhalb von zwölf Monaten. So hatten Nachbewertungen bereits vor einem Monat bei mehreren Objekten zu einem Abschlag von über zwölf Prozent des Nettoanlagevermögens geführt. Vor einem Jahr hatte Morgan Stanley den Wert um 13,8 Prozent gesenkt. Auf diese Weise haben Anleger seit Juli 2009 rund ein Drittel ihres Vermögens verloren – die Pechsträhne scheint kein Ende zu nehmen.

In Deutschland soll sich angesichts der Krise offener Immobilienfonds jetzt etwas tun. Nach Recherchen des Wirtschaftsmagazins „Capital“ plant Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble neue Regelungen zur Bewertung des Immobilienbestandes offener Immobilienfonds. Nach der parlamentarischen Sommerpause soll das Gesetzesvorhaben verabschiedet werden, um in zwei Jahren in Kraft zu treten.

Laut „Capital“ sei es dessen Ziel, die Fonds dazu zu verpflichten, den Wert ihrer Immobilien häufiger schätzen zu lassen. So muss ein Fondsanbieter, der für die Zukunft eine tägliche Liquidität seines Produktes erreichen möchte, seine Immobilien jeden Monat schätzen lassen. Bisher erfolgt eine solche Schätzung im Normalfall nur einmal jährlich. Eine weitere mögliche Änderung ist folgende: Wollen Anleger mehr als 5.000 Euro im Monat aus einem Fonds abziehen, müssten sie demnach zukünftig mit Mindesthaltefristen von zwei Jahren rechnen.




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