Teure Wohnungen: Studenten müssen Wuchermieten zahlen

28. Juli 2010 | von

Studenten haben ja bekanntlich nur sehr wenig Geld, wohnen dafür umso teurer – zumindest, was die Quadratmeterpreise angeht. Besonders in den Metropolen werden Mieten fällig, die im Normalfall eher denen von Luxuswohnungen entsprechen. Sparen lässt sich praktisch nur in einer Wohngemeinschaft.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das gilt inbesondere auch für Studenten. Meist ist das studentische Haushaltsbudget so knapp bemessen, daß es sich entweder spätestens Mitte des Monats bedrohlich dem Ende zuneigt oder nur ein Leben am Rande des Existenzminumuns zulässt – oder beides gleichzeitig. Schuld sind daran nicht nur Studiengebühren oder Partyspesen, sondern auch die Kosten der Unterbringung. Die ist zwar erfahrungsgemäß alles andere als luxuriös, was Lage, Größe oder Ausstattung betrifft, kostet dafür insbesondere in den Metropolen pro Quadratmeter ähnlich viel wie eine schöne Villa im Nobelviertel.

Spitzenreiter bei den Quadratmeterpreisen für die von Studenten bevorzugten kleinen Single-Wohnungen ist, wie sollte es anders sein, die bayerische Landeshauptstadt München. Dort müssen Studenten im Schnitt monatlich 14,10 Euro je Quadratmeter bezahlen, wie eine Untersuchung des Immobilienportales Immowelt ergab. Erst mit weitem Abstand folgen Frankfurt am Main (12,50 €/m²) und Stuttgart (11,80 €/m²). In der Bundeshauptstadt Berlin sind die Preise mit 8,90 €/m² dagegen noch gemäßigt.

Daß Studenten solche Preise überhaupt zahlen, ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens sind die kleinen Single-Wohnungen mit ein oder zwei Zimmern und maximal 30 m² Fläche äußerst begehrt, was sie bezüglich ihres Quadratmeterpreises vergleichsweise teuer macht, und zweitens haben Studenten ein maximales Budget für ihre Miete. Demensprechend schauen sie auch eher auf den Gesamtpreis einer Wohnung und weniger auf den Quadratmeterpreis.

Sparen in der WG

Geld sparen können Studenten in den meisten Städten nur, wenn sie in eine Wohngemeinschaft ziehen. In der gemeinsam genutzten Wohnung kann laut Immowelt-Analyse bis zu 39 Prozent der Miete gespart werden. Spitzenreiter ist dabei die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn: Hier kostet der WG-Quadratmeter 6,70 Euro, während die allein genutzte Singlewohnung mit happigen 11 €/m² zu Buche schlägt. Auch in klassischen Studentenstädten wie Gießen (35%) und Marburg (33%) ist eine Wohngemeinschaft wesentlich günstiger als die eigene Wohnung. Nicht in die Berechnung eingeflossen sind dabei noch Einsparungen durch gemeinsam genutzte Internet- und TV-Anschlüsse.

Den WG-Bonus gibt es allerdings nicht in allen Städten. In Halle oder Potsdam tendiert die Einsparnis praktisch gegen Null, was allerdings nicht besonders tragisch ist: mit 6,00 €/m² in Halle und 8,20 €/m² in Potsdam sind die Single-Wohnungen vergleichsweise günstig.

Besonders billig können Studenten übrigens in Leipzig wohnen. Sowohl bei den Single-Apartments (5,80 €/m²) als auch bei WGs (4,80 €/m²) ist die sächsiche Metropole die günstigste aller untersuchten Uni-Städte.




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2 Kommentare zu Teure Wohnungen: Studenten müssen Wuchermieten zahlen

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  2. Studentenmutter sagt:

    Als zukünftige Studentenmutter kann ich davon auch ein Lied singen. Wir suchen gerade eine Wohnung/Zimmer in Frankfurt für unseren Sohn. In etwa 2 Wochen beginnen die Vorkurse und am 18.Oktober beginnt das Semester. Man kann im Augenblick förmlich zuschauen wie sich die Mieten nach oben bewegen. Dabei bleibt die Kaltmiete meist so auf 390.- oder 440.- damit sie mit der Immoscout/welt Suche überhaupt gefunden werden. Bei den Nebenkosten wird dann nochmal kräftig zugelangt. Ein aktuelles Anbebot von einer 38qm Einzimmerwohnung für 390 € Kaltmiete schlägt mit 190 Euronen Nebenkosten zu Buche. Wie kann eine so kleine Wohnung in einem neuen gut isolierten Haus solche Nebenkosten verursachen?

    Ein Bärendienst den die Universitäten den Studierenden und ihren Familien erweisen mit ihren komplizierten und langwierigen Zulassungsverfahren!

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