Berlin: Wohnungen werden rar und teuer

6. August 2010 | von

Singlehaushalte liegen im Trend, was besonders für den Berliner Wohnungsmarkt unangenehme Folgen hat: Wohnungen in der Hauptstadt werden knapp und die Preise steigen. Infolgedessen ziehen zahlreiche Berliner aus der immer exklusiver werdenden Innenstadt in günstigere Randbezirke.

Die Zahl der Haushalte in der deutschen Hauptstadt nimmt seit Jahren zu – kein Wunder, steigt doch stetig die Zahl derer, die vom gemeinsamen Leben mit dem Partner Abstand nehmen und nur für sich selbst eine Immobilie in der Stadt suchen. Die Konsequenz: Wohnungen in Berlin werden rar und die Mieten steigen um ein Vielfaches, wie der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf den Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg berichtet.

Nach dessen Angaben besteht der Grund für die zunehmende Wohnungsknappheit seit Jahren: Es werden immer weniger Baugenehmigungen erteilt. So hatten Berliner Behörden vor zehn Jahren noch über 5.800 neue Wohnungen genehmigt, während es 2009 mit 2.959 nur noch etwas über die Hälfte waren. Weiterhin ist laut dem „Tagesspiegel“ die große Beliebtheit der Metropole im In- und Ausland für eine zusätzliche Enge auf dem Wohnungsmarkt verantwortlich. So würden Städtereisende häufig in Berlin eine Zweitwohnung anmieten – solche Wohnungen sind folglich auf dem Markt nicht mehr verfügbar.

Die Konsequenz des immer knapper werdenden Wohnraums in der Hauptstadt lässt nicht lange auf sich warten. So sehen sich viele Berliner laut der „Berliner Morgenpost“ gezwungen, aus der teuren Innenstadt in günstigere Randbezirke zu ziehen. Die Tageszeitung beruft sich dabei auf eine neue Statistik der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die auf einen solchen Bevölkerungsaustausch in der Innenstadt aufmerksam macht. Ihr zufolge sind besonders aus dem Berliner Szenebezirk Mitte viele in weniger teure Stadtgebiete gezogen – insgesamt 105.000 Menschen, während 90.000 aus anderen Bezirken zugezogen sind. Die Bevölkerungslücke wird geschlossen durch Zugezogene von außen – und das nicht zu knapp: Fast jeder zehnte Mitte-Bewohner ist laut der Statistik innerhalb der letzten Jahre aus dem Ausland oder aus anderen Bundesländern zugezogen.




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