Google Street View: Kritik am Widerspruchsverfahren

18. August 2010 | von

Seit gestern haben Hausbesitzer sowie Mieter die Möglichkeit, über ein Online-Formular bei Google Widerspruch gegen die Darstellung ihres Hauses in „Google Street View“ einzulegen. Zufrieden sind Datenschützer deshalb nicht: Sie befürchten eine auf Werbezwecke ausgerichtete Geschäftsidee hinter dem Widerspruchstool.

Die kritischen Stimmen werden nicht leiser: Kaum hat Google das lang geforderte Tool veröffentlicht, mit dem Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Privatgebäuden im Bilderdienst Street View eingelegt werden kann, da sehen Datenschützer einen neuen Skandal. Seit gestern steht das Widerspruchstool für vier Wochen, bis zum 15. September, zur Verfügung und bietet jedem Mieter und Eigentümer die Möglichkeit, sein Haus in dem umstrittenen Projekt unkenntlich zu machen.

Was die Experten jedoch am Widerspruchstool stört: Den Widerspruch ermöglicht Google nur im Austausch gegen ausführliche Daten. So müssen nicht nur Name und Adresse angeben werden, sondern auch präzise Details zum Haus. Als Begründung gibt der Internetriese an, die Angaben würden dazu dienen, das Haus in den Rohdaten von Street View besser erkennen und es so unkenntlich machen zu können. Die Kritik der alarmierten Datenschützer: Das Unternehmen gibt nicht preis, was anschließend mit den Daten geschieht. Dass die Daten ausschließlich für den Widerspruch genutzt werden, ist somit keinesfalls garantiert.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar etwa drückt gegenüber der „Welt“ seine Befürchtung aus, dass die Daten von Google für Werbezwecke verwendet werden könnten. So könnte ein Widerspruch darauf schließen lassen, dass jemand großen Wert auf Privatsphäre legt und folglich auch an Produkten eines Unternehmens interessiert sein könnte, das Sicherheitstechnik verkauft.




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Ein Kommentar zu Google Street View: Kritik am Widerspruchsverfahren

  1. Wozu braucht die Welt Google Streetview?!Sightseeing&Co. werden damit ganz weit nach hinten gestellt.

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