Berliner Wohnungsleerstand hat sich seit 2001 halbiert

24. August 2010 | von

Der Wohnungsleerstand in Berlin geht weiter zurück. Seit 2001 hat sich der Anteil nicht genutzter Wohnungen fast halbiert, wie der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) mitteilte. Besonders in einigen Bezirken im Osten der Stadt sank der Leerstand überproportional. Der Verband fordert deshalb neue Konzepte für mehr Neubau.

Berlin ist nach Ansicht des derzeit regierenden Bürgermeisters zwar arm, aber dennoch irgendwie „sexy“. Zwar wird dieser Spruch genauso oft zitiert wie er belächelt wird, dennoch ist Berlin für viele so attraktiv wie lange nicht mehr – was sich auf den Wohnungsleerstand der Stadt auswirkt.

In den 144 Unternehmen des BBU sank der Leerstand zwischen 2001 und 2009 um insgesamt 41,7 Prozent. Waren 2001 noch knapp sechs Prozent aller von den Mitgliedsunternehmen des BBU bewirtschafteten Wohnungen in den „Altbezirken“ ohne Mieter, sank die Zahl bis zum vergangenen Jahr auf nur noch 3,5 Prozent.

Besonders der als „hip“ geltende Bezirk Mitte konnte einen starken Rückgang des Leerstands verzeichnen. Inzwischen stehen hier nur noch 1,9 Prozent aller Wohnungen frei, was einem Rückgang um 76 Prozent gegenüber dem Wert von 2001 entspricht. Was Makler und Wohnungsunternehmen freut, wird für die alteingesessene Bevölkerung allerdings langsam zum Problem. Da nicht jeder die rapide steigenden Mieten zahlen kann, ändert sich die Einwohnerstruktur des Bezirkes zusehens.

Ähnlich entwickelte sich der Leerstand auch in den Ostberliner Bezirken Prenzlauer Berg, Lichtenberg, Köpenick, Friedrichshain und Weißensee. Mit Kreuzberg findet sich der erste Bezirk aus dem ehemaligen Westberlin erst auf Rang 8 wieder.

Gänzlich anders entwickelten sich dagegen die Bezirke Tiergarten, Steglitz und Tempelhof. Hier stieg der Leerstand in den vergangen Jahren auf niedrigem Niveau an, während der Leerstand im Altbezirk Zehlendorf überdurchschnittlich zunahm. Dies sei allerdings nicht auf die mangelnde Attraktivität zurückzuführen, sondern auf die derzeit stattfindenden Modernisierungsarbeiten, wie der BBU mitteilte.

Trotz der auf 3,5 Prozent gesunkenen Leerstandsquote bezeichnet der BBU die Lage auf dem Berliner Mietwohnungsmarkt weiterhin als „entspannt“. In den Unternehmen des BBU würden weiterhin 23.000 Wohnungen leer stehen, so Vorstandsmitglied Maren Kern. „In Städten wie München oder Hamburg seien die Leerstandsquoten deutlich niedriger“, so Kern weiter.

Dennoch müsse auf mittlere Sicht das Angebot vor allem an kostengünstigen Wohnraum vergrößert werden. Statt auf eine Begrenzung der Mieten würde der Wohnungsverband allerdings die von der SPD vorgeschlagene Bereitstellung von kostenlosem Bauland favorisieren. Ein durchschnittlicher Haushalt könne so ca. 1.000 Euro Miete einsparen.




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