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    Der Energiemarkt in Bewegung: Gaspreise entkoppeln sich vom Öl

    27. August 2010 in Energie. Einen Kommentar verfassen.

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    Das Ende der Ölpreisbindung ist in Sicht. Seit einem Jahr folgen die Gaspreise für private Verbraucher nicht mehr denen des Öls. Indem die Energieanbieter so mit einer seit mehreren Jahrzehnten bestehenden Regel brechen, wird eine endgültige Entkopplung der beiden Energieträger immer wahrscheinlicher.

    Das Ende der Ölpreisbindung naht.

    Das Ende der Ölpreisbindung naht.

    Verwirrung auf dem Gasmarkt: Während einige Versorger Preissenkungen ankündigen, ist bei den meisten das Gegenteil der Fall – unpassenderweise zu Beginn der Heizperiode. Jährlich drohen Verbrauchern mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Gas so Mehrkosten von bis zu 238 Euro. Hinter der Diskussion um hohe Gaspreise steht aber immer auch die Debatte über die Notwendigkeit der Kopplung von Gas- und Ölpreisen. Zum Vorteil der Verbraucher löst sich diese seit Jahrzehnten gültige Bindung jetzt immer weiter auf.

    Nach Untersuchungen des Verbraucherportals Verivox folgen die Gaspreise für private Verbraucher bereits seit einem Jahr nicht mehr den Ölpreisen – Grund genug für eine Entkopplung. Denn während die Heizölpreise seit August 2009 um fast 29 Prozent angestiegen sind, verbilligte sich der Gaspreis um durchschnittlich 5,5 Prozent. “Erstmals sehen wir einen deutlichen Trend zur Entkopplung des Gaspreises vom Heizölpreis “, sagte Peter Reese, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft bei Verivox.

    Die Anfänge der Ölpreisbindung liegen im Jahr 1965. Produzenten wie der russische Energieriese Gazprom schlossen auf langfristiger Basis Lieferverträge mit deutschen Importeuren wie E.ON Ruhrgas. In diesen war geregelt, dass der Gaspreis dem des Öls mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten folgen sollte. Der Importeur gab diese Preisbindung dann an seine Kunden, die Gasversorgungsunternehmen, weiter und diese wiederum an die Endverbraucher. Keine Rolle spielten bei diesem System Angebot und Nachfrage nach Gas.

    Da seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise jedoch die Nachfrage nach Gas stark abnahm, entstand ein Überangebot – begünstigt noch durch den verstärkten Handel mit Flüssiggas sowie das Ausbeuten neuer Quellen wie Schiefergas, erklärt Verivox. Erdgas wird gleichzeitig immer freier gehandelt – und Gasanbieter können sich günstig eindecken. Dadurch können sie auch dem Endverbraucher niedrigere Preise anbieten und sind so Unternehmen mit langfristigen Lieferverträgen überlegen.

    Seit dieser Liberalisierung des Gasmarktes können Privatverbraucher in Deutschland unter immer mehr Anbietern wählen. Waren es laut Verivox im Jahr 2008 noch durchschnittlich drei Gasanbieter, sind es im Juli 2010 im Schnitt 25. Beide Entwicklungen führten den Verivix-Experten zufolge „zu immer größeren Preisunterschieden zwischen den Versorgern“.




    Artikel geschrieben von immobilo_marie am 27. August 2010 .
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