Mieten steigen weiter an: Wohnen in Deutschland wird teurer

6. September 2010 | von

Die Mieten in Deutschland steigen weiter rapide an: mittlerweile zahlen Mieter in Großstädten im Durchschnitt etwa fünf Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Empirica hervor. Spitzenreiter unter den Städten mit dem höchsten Mietanstieg ist Berlin.

Die passende Wohnung in der Großstadt zu finden, gestaltet sich oftmals als gar nicht so leicht – die Traumwohnung ist entweder nicht mehr frei, liegt im falschen Stadtteil oder ist schlichtweg einfach zu teuer. Letzteres zeigt sich durch die aktuelle Studie zur Entwicklung des Immobilienmarktes bestätigt.

Die Mieten in den Großstädten steigen laut der Empirica-Studie erstmals seit etwa 20 Jahren wieder an. In kreisfreien Städten zahlen Mieter rund fünf Prozent mehr, in Berlin sogar bis zu 14 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Düsseldorf liegt mit 13 Prozent knapp dahinter, dicht gefolgt von Köln und Bonn mit etwa 12 Prozent. In Hamburg und Frankfurt am Main wurden die Mieten um durchschnittlich etwa sieben Prozent erhöht.

Der Hauptgrund für die gestiegenen Mieten sei der hohe Einwohnerzulauf in den Großstädten, so der Empirica-Immobilienexperte Reiner Braun zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ebenfalls habe sich auch der wirtschaftliche Aufschwung in dem einen Jahr bemerkbar gemacht: viele Menschen haben an Zuversicht gewonnen und sind umgezogen. Vermieter können zunehmend höhere Mietpreise durchsetzen. Seit 1993 seien die Mieten in Deutschland kaum gestiegen, bemerkte auch Andreas Schulten, Marktforscher vom Institut Bulwien Gesa. So sei das Wohnen relativ zum Einkommen in Deutschland insgesamt billiger geworden, was nun viele Vermieter zu höheren Mieten motiviert.

Doch Mieterhöhungen sind nicht nur in Großstädten zu verzeichnen: so stiegen die Mieten beispielsweise auch in kleineren Städten wie Jena um zehn Prozent oder auch Rostock um etwa acht Prozent. Bundesweit wurde laut der Empirica-Studie eine Mietsteigung von durchschnittlich 3,4 Prozent ermittelt. Dabei wurden die Kaltmieten von 60 bis 80 m² großen Mietwohnungen (Baujahr frühestens 2000) in die Studie einbezogen.

In München dagegen sind die Mietpreise für neu vermietete Wohnungen lediglich um 3 Prozent teurer als im vergangenen Jahr. Dennoch gilt die Stadt bekanntlich ja eh schon als teuerste Stadt, was die Mietpreise betrifft. In Kiel dagegen sind die Mieten sogar um ganze vier Prozent gesunken.

Die ersten Proteste gegen die „Mietwucherpreise“ wurden aber schon laut: sowohl in Hamburg, als auch in Berlin wurden bereits mehrmals „Fette- Mieten- Partys“ gefeiert, um gegen die hohen Mietpreise zu protestieren.




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