Heizsystemvergleich: Holzpellets schonen das Klima, Gas ist effizent

14. September 2010 | von

Heizen mit alternativen Energien liegt im Trend: Pelletheizungen und Co. bieten auf lange Sicht nicht nur enorme Sparpotenziale, sie sind zudem auch noch sehr umweltfreundlich. Dennoch stehen Heizungsmodernisierer oftmals vor der Frage, welches Heizsystem für sie das Richtige ist. Stiftung Warentest hat drei Systeme genauer betrachtet.

Immer mehr Eigenheimbesitzer entscheiden sich heutzutage für eine Modernisierung der Heizanlagen. Im Vorfeld sollten jedoch einige Aspekte gut überlegt sein. Was kostet die Anschaffung einer neuen Heizanlage, welchen Platz benötigt sie und wie sieht es mit der Energieeffizienz aus? Test.de hat drei verschiedene Heizsysteme miteinander verglichen. Als Basis dienten anhand einer Modellrechnung neun Gasbrennwertkessel, zehn Holzpelletkessel sowie zehn Ölbrennwertkessel.

Als erster Punkt betrachtete „Test“ die Anschaffungskosten: dabei punkteten ganz klar die Gas- und Ölbrennwertkessel, bei denen mit Preisen um die 5000 Euro gerechnet werden muss. Holzpelletkessel dagegen sind allein in der Anschaffung fast doppelt so teuer. Des weiteren sollten auch die Lagerräume für die Brennstoffe (bei Öl und Pellets) bedacht werden, die mit weiteren Kosten verbunden sein können.
Für die Pelletlagerung bietet sich ein zusätzlicher Warmwasserspeicher an, da bei Pellets die Feinstaubbelastung relativ groß ist. Dem soll der sogenannte Pufferspeicher entgegen wirken. Gas stellt in puncto Brennstofflager also eindeutig die bessere Partie dar, denn es wird direkt mit einer Leitung ins Haus geliefert wird. Auch die Effizienz betreffend liegen die Gas- und Ölbrennwertkessel dank ihrer modernen Brennwerttechnik weit vorn.

Alle drei Kandidaten kommen jedoch nicht um die alljährliche Wartung herum, bei der die Pelletanlagen allerdings den größten Wartungsaufwand benötigen. So muss der Schornsteinfeger eine solche Anlage zwei Mal im Jahr warten, was natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Ein großer Pluspunkt, der für Pelletheizungen spricht, sind aber die staatlichen Zuschüsse, die sich für ein gut gedämmtes Haus mit zusätzlichem Filter im Schornstein beim Einbau einer solchen Pelletheizung auf bis zu 4.750 Euro belaufen können.

Bezüglich des Kostenfaktors für die verschiedenen Brennstoffe waren bisher die Holzpellets mit vier Cent/Kilowattstunde meist günstiger als Gas oder Öl (fünf bis acht Cent). Bleibt das auch in Zukunft weiterhin so, zahlt sich die zunächst doch deutlich teurere Anschaffung einer Pelletheizung langfristig gesehen aus. Ein entscheidender Vorteil, der klar für die Pellets spricht, ist zudem deren Umweltfreundlichkeit: sie verbrennen im Gegensatz zu Gas und Öl fast klimaneutral.




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2 Kommentare zu Heizsystemvergleich: Holzpellets schonen das Klima, Gas ist effizent

  1. Die Stiftung Warentest differenziert Feinstaub leider nicht. Die Emissionen einer Pelletheizung sind fast ausschließlich gesundheitlich unbedenklich und wasserlöslich. Bei Ölkesseln sieht dies anders aus.

    Außerdem wird im Vergleich bemängelt, dass Pelletfeuerungen mehr Platz als Ölkessel benötigen. Dies stimmt nicht. Moderne Pelletlager weisen eine höhere Raumausnutzung als konventionelle Öltanks auf.

    Ein Rat an die Stifrung Warentest: Gute, aktuelle Recherche und umfassende Branchenkenntnis sind ein Muss, wenn es um erklärungsbedürftige und im höchsten Maße dynamische Produktgruppen geht.

  2. Pingback: Gasheizungen - HAUSBAU-FORUM.CH - Sie bauen? - Wir informieren!

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