Steigende Preise: Millionen Verbraucher können Gasanbieter nicht wechseln

17. September 2010 | von

Angesichts rasant steigender Kosten für Strom und Gas raten Experten zu einem Wechsel des Anbieters. In den meisten Fällen lassen sich so tatsächlich beträchtliche Summen sparen. Doch was tun, wenn ein individueller Anbieterwechsel nicht möglich ist, weil es nur einen Gaszähler für alle Haushalte gibt?

Nach einer längeren Verschnaufpause hat sich auch der Gaspreis inzwischen wieder in die übliche Aufwärtsspirale der Energiepreise eingereiht. Alleine im Oktober oder November wollen ingesamt 61 Versorger die Gastarife um bis zu 19% anheben. Im gleichen Atemzug senken zwar etliche Anbieter die Preise, doch angesichts der 18,8 Millionen Haushalte in Deutschland, die mit Gas heizen, müssen Millionen Verbraucher mit höheren Kosten rechnen.

Enegieexperten werden deshalb nicht müde, betroffenen Verbrauchern einen Anbieterwechsel ans Herz zu legen, schließlich lassen sich damit jährlich häufig dreistellige Beträge sparen. Doch viele haben gar nicht die Möglichkeit eines Anbieterwechsels, da es in vielen Mehrfamilienhäusern nur einen Gaszähler gibt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW schätzt die Zahl der Gas-Abnahmestellen deutschlandweit auf 10 Millionen – 8,8 Millionen Gasverbraucher können demnach den Gasversorger nicht eigenständig wechseln und sind auf Vermieter oder Hausverwaltung angewiesen.

Diese sind dem Verbraucherportal Verivox zufolge zwar durch das „Wirtschaftlichkeitsgebot“ dazu angehalten, die Betriebskosten möglichst niedrig zu halten, allerdings gibt es hierbei einen Spielraum. Zudem profitieren Hausverwalter oder Vermieter nicht direkt von günstigeren Preisen, da diese ohnehin auf die Mieter umgelegt werden. Mieter müssen also gute Argumente parat haben, wenn sie ihren Vermieter von einem Anbieterwechsel überzeugen wollen.

Ein gutes Argument sind natürlich die deutlich geringeren Kosten für die Haushalte. Verglichen mit dem Tarif des Grundversorgers sind für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kW beim Wechsel zu einem vergleichbaren Anbieter Einsparungen von jährlich knapp 250 Euro drin. Zu Ausfällen der Versorgung kann es bei einem Anbieterwechsel nicht kommen, schließlich ist der örtliche Versorger dazu verpflichtet, die Gaslieferung sicherzustellen. Die Umstellung auf einen anderen Anbieter geschieht ohne Übergangslücke. Sollte es dennoch mal zu Störungen kommen, ist auch weiterhin der örtliche Grundversorger für die Instandhaltung des Netzes zuständig.

Da auch weder der Vergleich der verschiedenen Anbieter noch der Anbieterwechsel selber kompliziert ist, haben Mieter eine ganze Reihe von guten Argumenten auf ihrer Seite.




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Ein Kommentar zu Steigende Preise: Millionen Verbraucher können Gasanbieter nicht wechseln

  1. Fassbinder sagt:

    Es ist schon wunderlich, warum so wenige sich darum kümmern. Gerade bei den Heizkosten verbraucht man doch große Summen. im Supermarkt achten viele darauf günstig einzukaufen und dann wird bei den Verträgen echt was verpulvert. Aber ich kenne das Problem mit nur einem zentralen Anschluss, da kann man eben nciht alleine den Gasanbieter wechseln, trotzdem sollte man dann mal überlegen,ob man nicht mit dem Vermieter oder den anderen Parteien redet. Wenn man sachlich erklärt wie viel Geld jeder sparen könnte, wer würde nein sagen. Würde sonst auch immer anbieten mich um alles zu kümmern, so haben die anderen Parteien keinen Grund zu mosern.

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