Kommt die Abwackprämie für Häuser?

20. September 2010 | von

Die Diskussion um den im Energiekonzept der Bundesregierung verankerten „Nullemissionszwang“ für Wohngebäude ist um einen Vorschlag reicher: Eine Art „Abwrackprämie“ für veraltete und nur schwer zu sanierende Häuser soll den Neubau fördern.

Das ambitionierte Ziel der Bundesregierung, bis 2050 alle Wohngebäude in Deutschland auf Nullemissionsstandard zu bringen, hat zuletzt für einige Aufregung gesorgt. So gab es Befürchtungen, dass es durch den Sanierungszwang zu regelrechten Mietexplosionen kommt oder dass es Rentnern, die ihr Haus gerade erst abbezahlt haben, nicht zuzumuten sei, ihr Haus nochmals für 100.000 Euro zu sanieren. Inzwischen ist die Diskussion einen Schritt weiter: Mit einer Abrissprämie sollen Ersatzneubauten gefördert werden.

Im Gespräch ist eine „Abrissprämie“, um Eigentümer älterer Wohngebäude zum Bau von Ersatzhäusern zu bewegen. Dies sei oft deutlich günstiger, als veraltete Wohngebäude auf den neuesten Standard zu sanieren. Finanziert werden soll dies durch eine Erweiterung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms auch auf Ersatzneubauten, zudem sollen die Mittel des Programmes auf bis zu 3 Milliarden Euro jährlich aufgestockt werden. Die derzeit verfügbaren Mittel von 730 Millionen Euro in diesem und 450 Millionen Euro im kommenden Jahr werden für die ehrgeizigen Pläne kaum ausreichen.

Potentielle Abrisskandidaten gibt es auf jeden Fall genügend. Von knapp 40 Millionen Wohneinheiten in Deutschland seien nach wirtschaflichen Erwägungen immerhin 20 Millionen nicht sanierungsfähig, sprich der Aufwand einer Sanierung würde die Kosten eines Neubaus übersteigen. Laut dem BFW-Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen handelt es sich dabei vor allem um zwischen 1950 und 1978 errichtete Wohngebäude, aber auch zwischen den Weltkriegen gebaute Häuser müssten mit einem großen Aufwand saniert werden.

Berechnungen des BFW zufolge würden sich die Sanierungskosten dabei zwischen 680 und 750 Euro pro Quadratmeter belaufen, wenn die Gebäude auf den „Effizienzhaus 55-Standard“ gebracht und zusätzlich regenerative Energien genutzt werden sollen. Hochgerechnet auf den zu sanierenden Bestand von 3,5 Milliarden Quadratmetern Wohnfläche würde sich das Investitionsvolumen somit auf 2,6 Billionen Euro belaufen.




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