Nasses Laub auf Bürgersteigen: Bei Unfällen haftet der Vermieter

20. September 2010 | von

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen neigen sich mehr und mehr dem Nullpunkt entgegen und die Bäume werden immer kahler. Das bunte Blätterwerk, was mittlerweile unsere Straßen schmückt, ist eigentlich ein schöner Anblick, doch birgt es vor allem in Kombination mit Nässe eine enorme Rutschgefahr auf den Fußwegen. Hauseigentümer und Mieter sind verantwortlich das nasse Herbstlaub zu beseitigen, andernfalls haften sie für Unfälle.

Ähnlich wie bei Glatteis im Winter herrscht auch im Herbst auf laubbedeckten nassen Straßen eine hohe Verletzungsgefahr. Wird das Blattwerk nicht von den Bürgersteigen gekehrt, kann aus den Fußwegen schnell eine gefährliche Rutschbahn werden.

Wer ist für laubfreie Wege veratwortlich?

Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist es üblicherweise Aufgabe der jeweiligen Gemeinde, für die Sicherheit auf den Fußwegen zu sorgen, doch kann diese sogenannte Verkehrssicherungspflicht auch auf die Eigentümer der betreffenden Grundstücke übertragen werden. Diese wiederum können bei Vermietungen ihre Mieter dafür verantwortlich machen.

Letztlich ist aber der Vermieter dafür verantwortlich, dass die Gehwege vor seinem Haus sorgfältig gekehrt sind. Rutscht ein Passant auf einer Laubschicht aus und verletzt sich dabei, kann er sich direkt an den Vermieter wenden, der aber den verantwortlichen Mieter zur Rechenschaft ziehen kann.

In Wohnanlagen mit Eigentumswohnungen sind alle Wohnungseigentümer verpflichtet, gemeinsam darauf achtzugeben, dass der Fußweg vor dem Wohnkomplex nicht zur rutschigen Gefahr wird. Verletzt sich ein Fußgänger vor einem entsprechenden Gebäudekomplex, kann er sich an den Verband der Eigentümerschaft richten oder sich direkt an einen der Eigentümer wenden, um Schadensersatz zu fordern. Hierbei muss er sich aber einen der Eigentümer quasi „aussuchen“. Allerdings gelten die angeforderten Ansprüche nur in der Höhe des Miteigentumsanteils des jeweiligen Wohnungsbesitzers.

Versichern gegen Schadensersatzansprüche

Um sich gegen Schadensersatzansprüche verletzter Fußgänger abzusichern, können sich Besitzer von Eigentumswohnungen, Eigenheimen und Ferienwohnungen eine Privathaftpflichtversicherung abschließen. Bei Mehrfamilienhäusern oder vermieteten Einfamilienhäusern kann die Haftpflichtversicherung des Eigentümers geltend gemacht werden. Für Mieter, die eventuell vom Vermieter für einen Unfall zur Verantwortung gezogen werden, empfiehlt sich ebenfalls eine Privathaftpflichtversicherung.

Als „goldene Kehrregel“ gilt ganz einfach: ist viel Laub gefallen, sollte lieber einmal mehr gekehrt werden als üblich. Dennoch wird nicht von den Verantwortlichen verlangt, den ganzen Tag über den Fußweg immer wieder zu kehren.




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