IVD: Wohnungsbestand in Deutschland wächst zu langsam

21. September 2010 | von

Der Wohnungsbestand in Deutschland wächst einer Wohnungsbauanalyse des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) zufolge eindeutig zu langsam. 2009 sei der Bestand an neuen Wohnungen bundesweit nur etwa um 102.406 Einheiten gewachsen.

Dass neu gebaute Wohnungen in Deutschland eher rar sind, bestätigen nicht nur die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, auch eine Analyse des Wohnungsbaus durch das Center für Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des IVDs kam nun zu einer ähnlichen Schlussfolgerung. Dabei erfasste das CRES neben Fertigstellungen von Wohnungsbauten in Städten und Kreisen auch die in der Bautätigkeitsstatistik ermittelten Abgänge durch Umnutzungen und Abrisse. Laut der Analyse stehen 136.518 neu gebaute Wohnungen damit Verlusten von deutschlandweit 34.112 Einheiten entgegen.

„Mit einem Saldo von 102.406 Wohnungen bleibt die Angebotsentwicklung deutlich hinter dem Bedarf zurück”, so IVD Vizepräsident Michael Schick. „Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat errechnet, dass in den kommenden fünf Jahren jährlich 195.000 Wohneinheiten benötigt werden“, so Schick weiter. Im Hinblick auf rund 150.000 Baufertigstellungen wurde bisher mit circa 45.000 fehlenden Einheiten gerechnet. Da jedoch Wohnungszusammelegungen nicht mit erfasst wurden, geht der IVD von einer viel größeren Differenz zwischen Neubedarf und Bauleistung aus, als in der jetzigen Analyse ermittelt wurde.

Vor allem in Großstädten fehlt es an neuen Wohnungen

Der Neubedarf an Wohnungen bleibe aber trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen weiterhin auf hohem Niveau, denn vor allem die Abwanderung der Bevölkerung von ländlichen Gebieten in die Großstädte und Wirtschaftszentren erfordern dementsprechenden Wohnraum. In Ballungsgebieten wird es aufgrund des hohen Bevölkerungszuwachses mittlerweile schwierig bezahlbare Wohnungen zu finden.

Den Spitzenplatz im Wohnungsneubau nimmt mit 3.983 Wohneinheiten München ein. Obwohl im letzten Jahr die Baufertigstellungen um 13,3 Prozent zurückgegangen sind, verteidigt die bayrische Metropole weiterhin ihren vorderen Platz. Dicht dahinter folgt mit 3.187 neuen Wohnungen Hamburg, Berlin zieht mit 2.833 Einheiten nach.

Im Allgemeinen sind die Bauaktivitäten in den Großstädten recht schwach: mit durchschnittlich 1,3 Wohnungsfertigstellungen je 1.000 Einwohner schneiden die Großstädte im Vergleich zu Wohnungsneubauten in ländlichen Gebieten deutlich schlechter ab. Dort sind im letzten Jahr rund 1,5 bis 1,8 neue Wohnungen je 1.000 Einwohner entstanden. Mit bis zu 17 Prozent sind die Abwanderungsraten in ländlichen Gebieten deutlich höher als in den Metropolen.

Doch auch positive Beispiele sind laut der Analyse zu verzeichnen: In Aschaffenburg wurden 2009 sieben Mal so viele neue Wohnungen gebaut wie noch im Jahr zuvor. Magdeburg, Memmingen und Schwabach können ebenso ein hohes Wachstum an neuem Wohnungsbestand aufweisen.




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