Mieterbund will Mietspiegel mit energetischen Angaben

5. Oktober 2010 | von

Bisher spielte der energetische Zustand einer Immobilien keine Rolle bei der Bewertung im Mietspiegel. Das soll sich nach dem Willen des Deutschen Mieterbundes (DMB) nun ändern. Wohnungsinteressenten sollen möglichst transparent über Maßnahmen zur Energieeinsparung informiert werden.

Lage, Ausstattung und Gebäudealter gehörten bisher zu den entscheidenden Kriterien für die Berechnung der Vergleichmiete im Mietspiegel. Zukünftig soll dort auch der energetische Zustand des Gebäudes vermerkt werden. Das fordert der Deutsche Mieterbund im „Spiegel“.

„Der Wert einer energetisch modernisierten Wohnung sollte angemessen bei der ortsüblichen Vergleichsmiete, zum Beispiel im Mietspiegel, berücksichtigt werden“, fordert der Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips im Nachrichtenmagazin. So könne abgebildet werden, ob der Markt bereit sei, höhere Mieten für energetisch modernisierte Wohnungen zu zahlen.

Damit geht der Mieterbund erneut auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese hatte in der vergangenen Woche überraschend eine mögliche Gesetzesänderung angekündigt, die es Vermietern erlauben soll, die Kosten einer energetischen Sanierung im höheren Maße auf die Mieter umzulegen. Die Folge wären deutlich steigende Mieten.

Das Echo bei Mieterverbänden war verheerend, selbst der Eigentümer-Verband „Haus & Grund“ zeigte sich vom Vorstoß der Kanzlerin überrascht. Man fordere keine höhere Umlage, nur eine praxisgerechtere Anwendung, so der Tenor. So sollen Mieter während einer Sanierung nicht mehr so einfach die Miete kürzen können.

Der Mieterbund zweifelt vor allem die Aussage Merkels an, dass sich eine energetische Sanierung insbesondere für Mieter lohnen würde, da die Energiekosten deutlich sinken würden. Bei einer 70 m² großen Wohnung würden sich die Einsparungen bei den Heizkosten auf durchschnittlich 80 Euro belaufen, die Miete bei einem Sanierungsvolumen von 20.000 Euro allerdings um 180 Euro erhöht. Die Deutsche Presseagentur hat unter Bezug auf die Deutsche Energieagentur (dena) gemeldet, dass sie die Miete nur bei einer Energieeinsparung von 70 Prozent für die Haushalte auf konstantem Niveau halten würde.




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Ein Kommentar zu Mieterbund will Mietspiegel mit energetischen Angaben

  1. Nachfrager sagt:

    Die Miete bleibt auf konstantem Niveau, sprich eine Sanierung, die am Ende 70% der Energiekosten einspart kostet nichts – lachhaft. Man kann ja alles so lassen wie es ist, dann läuft es so wie seit Jahren: es wird nichts getan.

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