Immobilienaktien erleben neuen Aufschwung

25. Oktober 2010 | von

Deutsche Immobilienaktien galten bisher als wenig reizvoll für ausländische Investoren, doch das scheint sich nun zu ändern. Kapitalerhöhungen und steigende Kurse belegen diesen Aufschwung.

Dass sich bei den deutschen Immobilienaktien langsam etwas tut, wird immer deutlicher: So verkaufte die US-Investmentgesellschaft Oaktree erst vor ein paar Tagen ein Aktienpaket im wert von etwa 77 Millionen Euro der Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen AG (Deuwo). Der amerikanische Finanzinvestor halbierte damit seinen ursprünglichen Deuwo-Anteil von 22,7 Prozent fast um die Hälfte.

Michael Zahn, Chef der Deutsche Wohnen AG, erwartet durch diesen Schritt „einen höheren Streubesitz, der sich positiv auf die Liquidität in der Aktie auswirken würde“, wie er die Entscheidung von Oaktree gegenüber focus online kommentierte. Aufgrund der hohen Börsenumsätze vermutet er eine Annäherung der Deuwo an der Aufnahme in den Aktienindex MDax, in dem sich die Kursentwicklung mittelgroßer deutscher Unternehmen erkennen lässt. Der MDax berücksichtigt jedoch nur die Werte, die bezüglich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den größten 60 Unternehmen hinter dem Deutschen Aktienindex (DAX) zählen.

Auch das börsenorientierte Immobilienunternehmen TAG Immobilien schließt sich der allgemeinen Vorwärtsbewegung auf dem Markt für Immobilienaktien an und plant, mit mehr als 20 Prozent in die Colina Real Estate (CRE), welche zur Spitze der Wohnimmobilienkonzerne gehört, zu investieren. Torsten Klingner (SES Research) und Stefan Goronczy (HSH Nordbank) äußerten sich gegenüber focus online zu den momentanen Bewegungen auf Immobilienaktienmarkt und sehen beide „ein erstes großes Konsolidierungszeichen“.

Zwar zeige sich der Markt für Immobilienaktien derzeit noch recht zerstreut, doch dies könnte sich schon bald ändern. Laut dem Immobilienaktienindex Dimax, der für eine Aufnahme etwa 75 Prozent der Erträge aus dem Geschäft mit Immobilien verlangt, erreichen nur Euroshop und Gagfah dementsprechende Umsätze. Würden sich nun TAG Immobilien und die CRE zusammenschließen, würde sich der Wohnimmobilienstand verfünffachen und die Einheiten auf dem Immobilienaktienmarkt größer werden. Dies wäre laut TAG-Chef Rolf Elgeti zudem für die Fixkosten von Vorteil, die dann entsprechend auf mehrere Einheiten verlegt werden könnten.




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