Münchener Verhältnisse auf Berlins Immobilienmarkt?

27. Oktober 2010 | von

Die Zeiten besonders günstiger Mieten scheinen in Berlin langsam, aber sicher vorbei zu sein: In einigen besonders beliebten Lagen sprechen die Makler bereits von „Münchener Verhältnissen“. Auch die Mieten in Standardwohnlagen ziehen weiter an. Randbezirke bleiben dagegen weiterhin günstig.

Fast scheint es so, als wolle Berlins Immobilienmarkt in kürzester Zeit das aufholen, was er in den letzten Jahren vertrödelt hat. Denn lange galten insbesondere die Mieten in der Hauptstadt im Vergleich zu Metropolen gleichen Ranges als fast unverschämt günstig. Doch seit einigen Monaten werden aus Berlin praktisch nur noch Preissteigerungen vermeldet. Die Makler freuts, die Berliner reagieren zunehmend genervt.

Beim IVD Berlin-Brandenburg ist sogar von „Münchener Verhältnissen“ die Rede, wenn es um die Spitzenmieten geht. So werden teilweise 15 bis 18 Euro pro Quadratmeter gezahlt, freilich nur in ausgewählten Spitzen-Lagen wie Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte oder Prenzlauer Berg. Doch auch die Mieten für normale Wohnungen in Berlins beliebten Wohnvierteln tendieren weiterhin nach oben, wie der Vorstandsvorsitzende des IVD Berlin-Brandenburg, Dirk Wohltorf, betont. Dies liege seiner Ansicht nach an der „Attraktivität Berlins als `Hauptstadt der kleinen Preise´“ und der inbesondere im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise gestiegenen Attraktivität von Wohneigentum als Sachanlage. Die derzeit günstigen Baufinanzierungsmöglichkeiten tun dabei ihr Übriges.

Die durchschnittlich am Markt gezahlte Miete für Standardwohnlagen beträgt dem IVD-Immobilienpreisservice zufolge derzeit 5,85 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die sogenannten Vorzugswohnlagen legten in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Plus von 3 Prozent deutlich kräftiger zu und kosten nun im Durchschnitt 7,20 Euro pro Quadratmeter.

Trotz immer teurer werdender Mieten spricht der IVD von einer moderaten Mietdynamik. In einigen Außenbezirken würden die Mieten sogar sinken, wie IVD Wertermittlungsausschuss –Mitglied Andreas Habath betont. So sei die durchschnittliche Marktmiete in Spandauer Standardlagen auf 5,50 €/m² und in guten bis sehr guten Lagen auf 6,50 €/m² nettokalt gesunken. Auch in den ehemals begehrten Lagen im Süden Berlins könne man inzwischen preiswert wohnen. Allerdings würden die zahlreich zuziehenden Neu-Berliner vorzugsweise in die zentrumsnahen Bezirke ziehen – und dort die Preise nach oben treiben. Selbst im als Problembezirk betitelten Neukölln werden inzwischen Mieten bezahlt, die vor kurzem noch undenkbar waren.




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