Eigentümer sollen künftig die Hälfte der Maklerkosten übernehmen

2. November 2010 | von

Die häufig bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie anfallende Maklergebühr soll zukünftig zwischen Immobilieninteressent und Immobilieneigentümer aufgeteilt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD-Fraktion im Bundestag eingebracht.

Hohe Maklergebühren sind vor allem in Großstädten und Metropolen ein kostspieliges Ärgernis für Wohnungssuchende. Bei Kauf oder Miete einer Immobilie wird speziell in beliebten Vierteln fast immer eine Provision für den Makler fällig, obwohl der meist wenig mehr tut, als den Interessenten einen Grundriss in die Hand zu drücken und die Vorzüge der Wohnung zu preisen. Die Wohnungssuche und Vereinbarung eines Besichtigungstermins bleibt dagegen beim Suchenden hängen – kein Wunder also, warum sich viele fragen, für welche Leistung sie eigentlich zwei Monatsmieten zzgl. Mehrwertsteuer – in den allermeisten Fällen immerhin ein vierstelliger Betrag – zahlen sollen.

Die SPD-Fraktion im Bundestag plant, die Maklerkosten künftig zwischen Vermieter und Mieter aufzuteilen. Auf beim Verkauf einer Immobilie sollen dem Antrag zufolge soll der Makler seine Provision zu gleichen Teilen von Verkäufer und Käufer bekommen. Nun muss die Bundesregierung entscheiden.

Die SPD-Fraktion bemängelt an der derzeitigen Regelung, dass Vermieter bei der Beauftragung eines Maklers keinerlei Kosten entstünden, während Mieter die vollen zwei Monatsmieten zu zahlen hätten. Die Hemmschwelle zur Einschaltung eines Maklers sei für Vermieter dementsprechend niedrig. Nach Ansicht der SPD sei der Makler als Mittelsmann vor allem bei Wohnhäusern mit Hausverwaltung oft nicht notwendig.

Der Deutschen Mieterbund (DMB) begrüßt den SPD-Vorstoß einer gerechten Verteilung der Maklerkosten. Es sei nicht akzeptabel, „dass Makler im Auftrag und im Interesse der Vermieter eine Wohnung vermitteln und dann die Mieter die Maklerprovision allein zahlen müssen“, kommentierte der Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten den eingebrachten Antrag. „Wer die Musik bestellt, muss sie auch zahlen“, sprich, wer den Makler beauftrag, muss ihn auch bezahlen, fordert Siebenkotten. „Das sollte umso mehr gelten, als Makler sich längst nicht mehr als unparteiische Mittler zwischen den Vermieter- und Mieterinteressen begreifen. Der Maklerverband IVD ist Mitglied des Bundesverbandes der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft, und zusammen mit den Vermieter-Organisationen fordern die Makler massive Mietrechtsänderungen zum Nachteil der Mieter. Eine Aufteilung der Maklerkosten ist zumindest ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Siebenkotten weiter.




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