Abwicklung von Degi Europa, P2 Value und Grundinvest – droht weiteren Fonds das gleiche Schicksal?

11. November 2010 | von

Statt als sichere Anlage haben sich offene Immobilienfonds zuletzt als wahre Verlustbringer entpuppt. Etliche vorübergehend geschlossene und drei abgewickelte Fonds sprechen eine deutliche Sprache. Dennoch sind offene Immobilienfonds nicht generell unsicher und vom Aussterben bedroht.

Galten Investitionen in Immobilienfonds vor einigen Jahren noch als eine sichere und gewinnbringende Anlage, hat sich dies spätestens seit Beginn der Finanzkrise geändert. Reihenweise fielen die Werte der von den Fonds oft zu Boomzeiten teuer gekauften Bürogebäude – Immobilien waren plötzlich ein riskantes Geschäft. Tausende Anleger bekamen kalte Füße, wollten ihre Anteile zurückgeben und forderten die Auszahlung ihrer Gelder, was ein „Einfrieren“ der Immobilienfonds wegen drohender Liquiditätsengpässe zur Folge hatte.

Da der Großteil der angelegten Gelder üblicherweise in Großimmobilien wie Einkaufszentren oder Bürohäuser angelegt wird, konnten die Fondsgesellschaften dem plötzlichen Ansturm der Anteilsrückforderung nicht nachkommen, da so hohe Summen gar nicht verfügbar und auszahlbar waren. Das bedeutete für Immobilienfonds wie Degi Europa, KanAm US Grundinvest oder den P2 Value zunächst vorübergehend das Schließung.

Obwohl etliche andere eingefrorene Fonds in der Zwischenzeit wieder öffneten, blieben die besagten Drei aus Furcht vor einer massenhaften Anteilsrückgabe geschossen – und werden nun abgewickelt. Alle Immobilien der Fondsgesellschaften werden verkauft, die Erträge sollen an die Anleger ausgezahlt werden. Über die Höhe der Einnahmen gibt es jedoch noch keine Auskunft, dazu muss zunächst der Wert der bestehenden Gebäude ermittelt werden.

Droht weiteren Fonds die Abwicklung?

Bei weiteren acht eingefrorenen Immobilienfonds ist das Schicksal ebenfalls noch ungewiss. Immobilienexperten zufolge blühe ihnen aber nicht das gleiche Unheil wie Degi, KanAm oder Grundinvest: „Die drei Abwicklungsfonds sind die extremsten Beispiele der Branche. Sie hatten sehr spezifische Probleme“, erläutert Steffen Sebastian, Professor für Immobilienwirtschaft gegenüber der „Zeit“. Jedoch vermutet er, dass „die Marktbereinigung“ begonnen hat und sich die „Guten“ schon bald von den „Schlechten“ Modellen der Fonds abheben werden. Als gute Immobilienfonds gelten diejenigen, die Investitionen in Immobilien an profitablen Standorten mit hohen Vermieterquoten angelegt haben.




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