Schimmel vermeiden durch richtiges Heizen und Lüften

29. November 2010 | von

Wenn die Temperaturen langsam in Richtung „arktisch“ tendieren, gilt in vielen Haushalten: Heizung auf bis zum Anschlag, damit wenigstens die Temperaturen in der Wohnung gemütlich sind. Doch weder für die Nebenkostenrechnung noch für die Bausubstanz ist das von Vorteil, denn zum richtigen Heizen gehört auch das richtige Lüften. Zu wenig heizen ist allerdings auch keine Lösung.

Das richtige Heizen oder Lüften ist zwar kein Hexenwerk, die wenigen grundlegenden Dinge, die dabei zu beachten sind, bereiten aber immer wieder Probleme – und die daraus resultieren Schäden wie Feuchtigkeits- und Schimmelschäden können durchaus massiv sein. Deshalb werden Eigentümer- und Mieterverbände auch nicht müde, jedes Jahr aufs Neue die richtigen Verhaltensweisen unters Volk zu bringen.

„Feuchtigkeit und Schimmel haben in der Regel keine Chance, wenn beim Lüften wichtige Grundregeln beachtet werden“ erklärt Ulrich Löhlein vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Und prinzipiell sei das ganz simpel: Einfach mehrmals am Tag alle Fenster und Innentüren für wenige Minuten ganz öffnen. So wird die Luft rasch ausgetauscht, während die Wände nicht auskühlen.

Denn gerade kalte Wände sind meist ursächlich für Schimmelbildung in der Wohnung. Wo warme Raumluft auf eine kalte Wand trifft, kann sich schnell Kondenswasser bilden – besonders Schimmelpilze fühlen sich in einem solchen Milieu wohl.

Fester kippen reicht nicht aus

Ein Trugschluss ist es allerdings, dass ein kurz oder dauerhaft gekipptes Fenster für den nötigen Luftaustausch ausreicht. Im Gegenteil, der schmale Spalt sorgt für zusätzliche Schimmelgefahr, da die Wand oberhalb des Fensters stark auskühlt und sich in diesem Bereich Kondenswasser bildet. Speziell in der Küche kann das zum Problem werden, „denn beim Kochen entstehen oft große Mengen Wasserdampf, die dann an der kalten Wand vorbei durch das angekippte obere Fenster nach draußen abgeleitet werden“, so IVD-Experte Löhlein.

Wenn schon Fenster öffnen, dann gleich richtig. Die Lüftungsdauer variiert dabei je nach Differenz zwischen Innenraumtemperatur und der Aussentemperatur. Je niedriger die Temperaturen draußen sind, desto kürzer sollte gelüftet werden, rät Löhlein.

Auch innerhalb der Wohnung sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel Luft auszutauschen. Dies gilt inbesondere für unbeheizte Räume wie das Schlafzimmer. Werden solche kühlen Räume zum Beispiel durch das Wohnzimmer mitgeheizt, kühlt sich warme Luft an den kühlen Wänden des Schlafzimmers ab und kann zu Feuchtigkeit führen. Innentüren zu Räumen wie dem Schlafzimmer sollten daher stets geschlossen bleiben.

Kontinuierliches Heizen lohnt

Das Aufpeppen der Nebenkostenrechnung durch Heizverweigerung kann dabei genau zum Gegenteil führen. Die Experten des IVD raten daher, über die Heizung eine konstante Temperatur zu halten, statt die Wohnung tagsüber abkühlen zu lassen und am Abend wieder hochzuheizen. „Insbesondere bei modernen Heizungsanlagen ist es in der Regel günstiger, eine abgesenkte Durchschnittstemperatur zu halten, als allabendlich bei „Null“ zu beginnen“, so Löhlein.




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Ein Kommentar zu Schimmel vermeiden durch richtiges Heizen und Lüften

  1. oliver Ewe sagt:

    Sollten sich einige Bewohner zu Herzen nehmen.

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