Auch bei Hochhäusern ist jetzt „Öko“ Trumpf

30. November 2010 | von

Dass bei Hochhäusern auch andere Gesichtspunkte als die Hohe von Bedeutung sind, hat das Wohnhochhaus „ The Met“ in Bangkok bewiesen. Dieser Öko-Wolkenkratzer stach bei der Wahl des Internationalen Hochhaus-Preises 2010 sogar das Höhenrekordhochhaus „Burj Khalifa“ in Dubai aus. Dieses und weitere Hochhäuser aus aller Welt werden jetzt im deutschen Architekturmuseum in Frankfurt gewürdigt.

Es war zwar nicht das optisch spektakulärste der 26 Projekte, die beim Internationalen Hochhaus-Preis 2010 zur Auswahl standen, dennoch überzeugte das „The Met“ aus Bangkok mit seiner Funktionalität. Der „atmende Bau“ ermöglicht durch seine poröse Struktur und Windkanäle ständig frische Luft, die zusätzlich das Gebäude kühlt, wodurch eine Klimaanlage überflüssig wird. Doch auch von außen wurde für den gewissen Öko-Faktor gesorgt, denn an der Fassade klettert und sprießt das Grün am Gebäude hoch.

Dennoch eignet sich das Gebäude aus sechs miteinander verbundenen Türmen nicht als allgemeines Klimamodell, denn anders als im feuchten und heißen thailändischen Klima ist eine ständige Gebäudekühlung in unseren Breitengraden nicht von Vorteil. Bei den Temperaturschwankungen von Sommer und Winter ist es in Mitteleuropa besonders wichtig, dass ein Gebäude im Sommer zwar kühlt aber im Winter warm hält.

Besonders auf den Trend der Mischnutzung von Arbeit und Wohnung wurde beim Bau des „The Met“ Rücksicht genommen. In den meist mit Verkehrschaos versehenen Metropolen, ist eine Verbindung von Wohn- und Arbeitswelt praktisch. Von diesem Vorteil profitieren nun auch die Bewohner im überfüllten Bangkok.

Neben dem Preisträger können noch 26 weitere Projekte im Frankfurter Museum begutachtet werden, darunter der „Aqua Tower“ in Chicago, dessen Balkone zugleich Wind abhalten und Schatten spenden. Sehenswert ist auch der „Mode Gakuen Cocoon Tower“ in Tokio, der mit seinem schützenden Netz aus Stahl stark an eine Rakete erinnert oder das „Shanghai World Financial Center“ mit seiner trapezförmigen Öffnung in der Spitze.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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