BVI will offene Immobilienfonds neu organisieren

30. November 2010 | von

Mit einer Reihe von Maßnahmen will der Branchenverband BVI die schwer angeschlangenen offenen Immobilienfonds retten. Kleinanleger und Großinvestoren sollen ihr Geld zukünftig in unterschiedlichen Fonds stecken. Investitionelle Anleger sollen so gehalten und Privatpersonen besser geschützt werden.

Offene Immobilienfonds galten lange als sichere Anlage, doch nach zwei turbulenten Jahren mit reihenweise geschlossenen Fonds und massiven Abwertungen ist vom einst guten Image nicht mehr viel übrig. Um nicht endgültig auf das Abstellgleis zu geraten, hat der Bundesverband Investment und Asset Management (NVI) eine Reihe von Vorschlägen ausgearbeitet, um der Anlageklasse eine Zukunft zu geben.

Kernpunkt der Reformen soll eine Aufteilung der offenen Immobilienfonds sein: Großinvestoren und Kleinanleger sollen künftig in unterschiedliche Fonds investieren. Damit will der BVI einem Bericht des Handelsblattes zufolge verhindern, dass institutionelle Großinvestoren die klassischen Publikumsfonds finanziell schädigen. Am Höhepunkt der Immobilienfondskrise haben besonders institutionelle Anleger mit massiven Mittelabzügen dafür gesorgt, dass die Fonds in Liquiditätsschwierigkeiten gerieten und geschlossen werden mussten.

Hintergrund der angekündigten Reformen sind die Beratungen des Bundestag-Finanzausschusses am Mittwoch über ein Gesetz zum besseren Schutz von Fondsanlegern. In der Vergangenheit hatte das Finanzministerium mit schärferen Regulierungen für Publikumsfonds geliebäugelt, was in der Fondsbranche als „zu starr“ kritisiert wurde. So sah der Gesetzentwurf des Ministeriums eine Mindesthaltedauer der Anteile von zwei Jahren vor, selbst in den folgenden zwei Jahren soll die Rückgabe nur mit Abschlägen möglich sein.

Mit den Vorschlägen sollen nun insbesondere die professionellen Großinvestoren gehalten werden. Für die neuen Spezialfonds für institutionelle Anleger würden den geplanten Regulierungen für die Publikumsfonds nicht gelten. Hier sollen die Investoren die Ausstiegsfristen auch weiterhin selber wählen dürfen.

Mehr zum Thema in der FTD.




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