Verharmlost der Mieterbund das Mietnomadenproblem?

15. Dezember 2010 | von

Mietnomaden sind in Deutschland kein wahrnehmbares Problem, jubilierte der Mieterbund vor wenigen Wochen auf Basis einer Studie der Universität Bielefeld. Falsch, behauptet die „Deutsche Mieterdatenbank“. Der Mieterbund habe die vorgelegten Zahlen nicht richtig interpretiert, so der Verwurf.

Die Bewertung der Mietnomaden-Studie der Universität Bielefeld hätte unterschiedlicher kaum ausfallen können. Während der Deutsche Mieterbund (DMB) zu dem Schluss kam, dass „ein nennenswertes Mietnomadenproblem in Deutschland nicht existieren würde“, sah der Vermieterverband Haus & Grund seine schlimmsten Erwartungen übertroffen und forderte promt schärfere Gesetze zum Schutz der Vermieter.

Zweifel an der Interpretationleistung des Mieterbundes hat inzwischen auch die „Deutsche Mieter Datenbank“ (DEMDA) geäussert. Das Unternehmen, welches Vermietern Bonitätsauskünfte über Mietinteressenten anbietet, wirft dem Mieterbund eine Verharmlosung des Mietnomadenproblemes vor. Die „durchschnittlich 40 Mietnomadenfälle im Jahr“, wie es der Mieterbund vermelde, scheinen „eine beruhigende Nachricht für Vermieter zu sein“. Tatsächlich haben die Bielefelder Forscher im Rahmen ihrer Studie lediglich das „Phänomen der Mietnomaden im Hinblick auf das vorvertragliche Vermieterverhalten“ ergründen „und dabei einen genaueren Blick auf die Zahlungsstörungen, den Ablauf von gerichtlichen Klageverfahren und Räumungsverfahren“ werfen wollen. Das Erforschen der tatsächlichen Fälle von Mietnomadentum sei nicht der Auftrag gewesen, so die Professoren auf ihrer Internetseite. Auch aus den jeweils ca. 50 berichteten Mietnomaden-Fällen lassen sich keine Rückschlüsse „auf die Zahl des tatsächlichen Aufkommens von Mietnomaden in Deutschland ziehen“, so die Forschungsstelle für Immobilienrecht.

Entsprechend erstaunt zeigt sich DEMDA-Geschäftsführer Matthias Weigler über die Argumentation des Mieterbundes. Weigler mahnte, besonders darauf zu achten, welche Auswirkungen solche Aussagen auf die Geschädigten hätten. Es würde den Opfern von Mietnomaden erschwert, eine Verbesserung von gerichtlichen Mitteln durchzusetzen, so Weigler. Es ist für ihn unverständlich, warum der Deutsche Mieterbund von der Problematik ablenken will, anstatt eine Verbesserung der Situation anzustreben.

Eine wichtige Erkenntnis wurde dennoch bei der Studie ermittelt, die auch bei der Überlegung für eine Verbesserung der Situation eine Rolle spielen sollte. Circa ein Drittel der Befragten aus der Onlinebefragung gab, an vor der Unterzeichnung des Mietvertrags keine genauen Informationen über ihre zukünftigen Mieter eingeholt zu haben. Diesen Umstand würde die DEMDA gerne ändern…




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Verharmlost der Mieterbund das Mietnomadenproblem?

  1. Marcel Klümpers Altenrheinerstr. 30 48429 Rheine sagt:

    es ist leider leicht so abgestempelt zu werden wenn die richter einen nicht mündlich anhören weil sie nachbarn vor verhandlungen gehör verschaffen und dadurch zur parteibereitschaft der richter betragen in dem sie falsche wahrheiten behaupten und sich die richter dann in einem eigentlich fairen verfahren nicht an ihre mitteilungsflicht und ihren richterschwur halten in dem sie voreingenommen über die beschwerde des beschuldigten hinweg einfach vorschläge eines vergleiches einräumen von denen man nicht wußte das man sich einigen soll weil man wegen 700 euro aus einem schimmelfleck problem für die kosten der beseitigung die mangelhaft ausgeführt wurden evtl ungenügend weil der schimmel wieder zurück kam und ein Gutachten in dem Fotos sind welche nicht wahrheitsentsprechend der wohnungsgegebenheiten sind. ein richter muß, prüfen ob die behauptung der schuldner stimmt. dies würde den schuldnern zu gute kommen. der richter hat jeder partei chancengleichheit zu bieten. wenn er das nicht macht und man sich danach deswegen ohne anwalt beschwert dann hat man anscheinend keine chance hier in deutschland. dies wurde bis jetzt bewiesen.

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