Gekürzte Solarförderung: Hoffnung auf mehr Akzeptanz und günstigere Preise

24. Januar 2011 | von

Die Solarbranche hat sich mit der Bundesregierung auf eine außerplanmäßige Kürzung der Solarenergieförderung geeinigt. Je mehr Leistung installiert wird, desto höher fällt die Kürzung aus. Doch ganz so selbstlos, wie es scheint, ist die Solarbranche nicht. Auch auf den Strompreis dürfte die Selbstbeschränkung kaum Einfluss haben.

Zum 1. Juli 2011 wird die Förderung von Photovoltaikanlagen außerplanmäßig gekürzt. Darauf hat sich der Branchenverband Solarenergie mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geeinigt. Ursprünglich war im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehen, die Solarförderung turnusmäßig zum Jahresende um 9 Prozent sowie abhängig von der installierten Leistung um weitere Prozentpunkte zu senken. Der dynamische Teil der Kürzung soll nun offenbar vorgezogen werden.

Da bis zum Stichtag natürlich keine endgültigen Daten über die im gesamten Jahr 2011 installierte Photovoltaikleistung vorliegen, wird die Bundesnetzagentur die zwischen März und Mai hinzugekomme Leistung ermitteln und auf das gesamte Jahr hochrechnen. Dabei ist vorgesehen, dass bei einem Zubau von mehr als 3,5 Gigawatt (GW) Solarenergie die Einspeisevergütung um drei Prozent gesenkt wird. Liegt die neuinstallierte Leistung darüber, wird die Förderung pro installiertem Gigawatt um jeweils weitere drei Prozent gesenkt. Erreichnet die Behörde einen Zuwachs von 7,5 GW und mehr, kommt die maximale Kürzung von 15 Prozent zum Tragen. Dabei kommt der Branche zugute, dass die Sommermonate, in denen traditionell besonders viele Solaranlagen installiert werden, in der Berechnung nicht berücksichtigt werden.

Weniger Solarförderung macht Strom nicht automatisch billiger

Mit der im EEG festgelegten Umlage werden die Kosten für erneuerbare Energien an alle Stromkunden weitergegeben. Solarstrom hat dabei nach Angaben des Bundesverbandes Solar mit knapp 50% einen besonders hohen Anteil. Durch den massiven Ausbau von Solaranlagen im Jahr 2010 stieg die Umlage um knapp 70 Prozent auf 3,5 Cent je Kilowattstunde.

Auch mit Blick auf die steigenden Stromkosten durch die EEG-Umlage hatten Ende vergangenen Jahres hunderte Stromanbieter zum Teil drastische Tariferhöhungen durchgesetzt. Weil Verbraucher unter den stetig steigenden Stromkosten leiden, befürchtet Umweltminister Röttgen ein Akzeptanzproblem erneuerbarer Energien – mit der vorgezogenen Senkung der Förderung hofft die Branche auf ein Absinken der Solarkosten.
Dass Strom nun tatsächlich billig wird, ist unwahrscheinlich. Immerhin könnte der Preisanstieg gedämpft werden, erklärte Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und schränkt gleichzeitig ein: Die Strompreisentwicklung sei nur schwer vorhersehbar.




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