Testlauf für die neue Grundsteuer

28. Januar 2011 | von

Für die vom Bundesrechnungshof angemahnte Vereinfachung des Grundsteuersystems stehen drei Varianten zur Auswahl. Bevor die Entscheidung auf ein Modell fällt, sollen erst die Auswirkungen getestet werden.

Deutschlands Grundstückbesitzer müssen weiter auf eine verbindliche Neuregelung der Grundsteuer warten. Auf der Konferenz der 16 Länderfinanzminister wurde die Entscheidung über das neue Modell bis auf Weiteres vertagt. Zuerst sollen die insgesamt drei von Kommunen und Ländern ausgearbeiteten Reformansätze auf Praktikabilität getestet werden, auch entstehende Bürokratie- und Verwaltungskosten sollen Beachtung finden.

Eine neue Gesetzgebung ist erst für 2012 geplant

Ein endgültiger Reformbeschluss soll erst Ende 2011 nach eingehender Prüfung der repräsentativen Stichproben gefasst werden. Bis dahin sollen 100.000 typische Grundstücksfälle in ganz Deutschland geprüft werden, wobei die jeweiligen Finanzämter die Kostern der drei verschiedenen Reformmodelle jeweils ausrechnen. Das endgültiges Gesetzgebungsverfahren soll erst 2012 anlaufen, wie es in der Konferenz in Berlin hieß.

Drei Modelle stehen zu Auswahl

Die drei Vorschläge stammen aus den schwarz-gelb regierten Süd-Bundesländern, aus den nördlichen Bundesländern sowie aus Thüringen.

Das südliche Modell von Bayern und Baden-Württemberg sieht vor, nur noch die reine Grundstücksfläche und die Höhe des errichteten Gebäudes bei der Berechnung der Grundsteuer zu beachten. Völlig in den Hintergrund rückt dabei der Grundstückswert. Das „Bremer Modell“ aus den nördlichen Bundesländern richtet sich ausschließlich am Verkehrswert, Lage und Zustand des Gebäudes bleiben dabei unbeachtet. Das dritte Modell aus Thüringen ist eine Art Kompromiss zwischen den beiden anderen Varianten, da hier die wertorientierte Bodenkomponente und der wertunabhängige Gebäudeteil zu Ermittlung der Grundsteuer verwendet werden.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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