Kein Zwang notwendig: Deutsche sanieren freiwillig

1. Februar 2011 | von

Angedachte Zwangsmaßnahmen zur energetischen Sanierung deutscher Wohnungen sind offenbar gar nicht notwendig, wie eine Studie der LBS ergeben hat. Demnach sorgen die Deutschen freiwillig für besseren Wohnkomfort und sparsamere Häuser.

In Deutschland wird inzwischen dreimal soviel Geld für eine Sanierung des Wohngebäudebestandes ausgegeben als für den Neubau. Als Motiv für die Modernisierung ihres Eigenheims gibt laut der aktuellen Studie der GkF im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) der größte Teil der privaten Hausbesitzer den Wunsch nach Verbesserung des Wohnkomforts an (48%). Befragt wurden 3100 Eigentümer, die in den letzen drei Jahren eine umfassende Sanierung haben vornehmen lassen. Dabei mussten die Maßnahmen mindestens einen Kostenaufwand von 5.000 € umfassen. Ebenso wurde nach den Planungen solcher Maßnahmen in den nächsten drei Jahren gefragt.

Fast genauso wichtig wie der Wohnkomfort waren Modernisierungen aufgrund entstandener Schäden (47%), gefolgt von Minderungen der Energiekosten (43%). Wie sehr dabei der eigene Geldbeutel im Vordergrund steht, zeigt das geringere Interesse an Sanierungen aus Umweltschutzgründen (15%), wie LBS Research ergänzt.

Zudem zeigte sich, dass eine Sanierung aufgrund akuter Schäden meist zum Anlass genommen wird, weitere Änderungen zugunsten des Wohnkomforts vornehmen zu lassen. Staatliche Vorgaben spielen eine weit geringere Rolle: Nur 2% nannten rechtliche Vorgaben als Auslöser für Renovierung oder Sanierung. Können aber staatliche Bezüge für die Maßnahmen erwartet werden, lassen sich 12% der Eigenheimbesitzer davon animieren. Dagegen gaben 8% an, dass das endlich zur Verfügung stehende private Budget, z.B. durch einen zugeteilten Bausparvertrag, den Startschuss zur geplanten Modernisierung gab. Die LBS sieht sich durch diese Zahl darin bestätigt, den Eigenheimbesitzern zur Vorsorge durch gezieltes Sparen zu raten.

Nicht viel anders verhält sich das Ranking, wenn es um zukünftige Modernisierungsmaßnahmen geht. Zwar geht die Relevanz der staatlichen Unterstützung bei der Planung zurück, im Vordergrund steht aber den meisten Besitzern auch hier der Wohnkomfort: Vor allem das Interesse an altersgerechtem Wohnen steigt. Hier steigerte sich die Prozentzahl um fast das Doppelte (9%) gegenüber den Angaben derer, die die Sanierung schon vorgenommen hatten.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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