Inflationsangst: Deutsche wollen Immobilien kaufen

2. Februar 2011 | von

Eurokrise und Inflationsangst sind für knapp ein Viertel der Deutschen Grund genug, demnächst eine Immobilie zu kaufen. Jeder Zwölfte hat diesen Plan bereits in die Tat umgesetzt. Der Großteil hat sich über eine Anlagestrategie allerdings noch keine Gedanken gemacht.

Anlageexperten und Immobilienspezialisten sind in den vergangenen Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht müde geworden, die Vorteile einer Immobilie anzupreisen: inflationssicher, meist sehr wertstabil mit ansehnlicher Rendite und natürlich mietfrei, was im Alter durchaus von Vorteil sein kann. Zudem waren die Preise günstig und die Hypothekenzinsen auf einem Rekordtief.

Zwar hat sich in der Zwischenzeit die wirtschaftliche Lage zumindest hierzulange wieder stabilisiert – starke Vokabeln wie Wirtschaftswunder machen inzwischen die Runde -, doch am Horizont verdichten sich bereits die nächsten Anzeichen einer erneuten Krise. Dabei ist es nicht nur die Lage Griechenland, die deutsche Anleger nervös macht, auch die Probleme in Irland, Portugal oder demnächst Spanien werden zu einer Belastungsprobe für die gemeinsame europäische Währung.

Diese hat inzwischen massiv an Vertrauen eingebüßt. Weder die Stabilität noch der Fortbestand des Euros sind für Teile der Bevölkerung noch ausgemachte Sache. Aus Angst vor Inflation und Währungsturbulenzen sind die Deutschen offenbar wieder verstärkt auf der Suche nach soliden Investitionen, wie eine repräsentative Studie des Immobilienportals immowelt.de ergab.

Jeder vierte Deutsche hat dabei den Kauf einer Immobilie im Blick, um sich gegen eine Inflation abzusichern. Knapp jeder Dreizehnte hat den Euro dabei gänzlich abgeschrieben, 17 Prozent glauben zwar noch an die Gemeinschaftswährung, halten Immobilien aber inflationssicherer als Aktien oder Fonds.

Gutverdiener und Selbstständige sind in Kauflaune

Besonders hoch scheint der Anteil der Euroskeptiker in den Metropolen Deutschlands zu sein. 29 Prozent der Großstädter verbinden die eigenen vier Wände mit Zukunftssicherheit und würden daher in „Betongold“ investieren. Das Vermögen spielt dabei eine entscheidende Rolle: Mit knapp 37 Prozent stehen Selbstständige an der Spitze der Kaufwilligen.

Wenn genügend Kapital vorhanden ist, fällt die Entscheidung zum Immobilienkauf wenig überraschend deutlich einfacher. So haben 15 Prozent der befragten Haushalte mit einem Nettoeinkommen über 4.000 Euro bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Immobilie unter der Prämisse des Inflationschutzes gekauft.

„Eine Vermögensanlage in Immobilien ist für immer mehr Menschen attraktiv“, erklärte Immowelt-Vorstand Carsten Schlabritz den aktuellen Immobilieboom. Dabei spielen günstige Zinsen für die Finanzierung und steigende Mieten eine entscheidende Rolle. Diese würden solide Renditen versprechen, so Schlabritz weiter. „Der Ruf der Immobilie als inflationssichere Investition ist nach den Erfahrungen der letzten Krise für viele Menschen ein entscheidendes Plus.“




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