Hamburger Elbphilharmonie wird teurer als gedacht

15. Februar 2011 | von

Bis von der Elbphilharmonie positive Meldungen zu vermelden sind, wird wohl noch eine Menge Wasser die Elbe hinunter laufen. Die letzte Schreckensmeldung: Der Bau wird teurer als gedacht – zum wiederholten Mal.

Explodierende Baukosten, eine Klage gegen den ausführenden Baukonzern, befürchteter Baupfusch und eine Erwähnung im Schwarzbuch Steuerzahler 2009: Statt der erhofften strahlenden Wirkung eines „Leuchtturmprojektes“ produziert der Neubau der Hamburger Elbphilharmonie seit geraumer Zeit und in unschöner Regelmäßigkeit Negativschlagzeilen.

Im neuesten Akt geht es nun erneut um die Kosten des Prestigebaus. Ein eigens wegen der Ungereimtheiten bei Planung und Bau eingesetzter Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) kam in seinem Abschlussbericht nun zu dem Fazit, dass der Bau des Konzerthauses den Haushalt der Hansestadt deutlich stärker belastet als bisher der Öffentlichkeit bekannt war.

Mindestens 28 Millionen Euro Mehrbelastung

Statt der bisher vom Senat angegebenen Belastung für den Hamburger Haushalt in Höhe von 323,3 Millionen Euro soll sich die Summe einem NDR-Bericht zufolge auf „tatsächliche“ 351,3 Millionen Euro belaufen. Die zusätzlichen, bisher nicht bei den Baukosten aufgeführten „Planungs- und Regiekosten“ beziffern sich auf 28 Millionen Euro und beinhalten dem NDR zufolge hauptsächlich Honorare für das mit der Planung beauftragte Architektenbüro Herzog & de Meuron.

Doch damit scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Zu den 351,3 Millionen Euro kommen weitere sechs Millionen Kreditkosten für ein geplantes 5-Sterne-Hotel hinzu, womit die Gesamtkosten für den Haushalt der Stadt auf 357,3 Millionen Euro anwachsen. Weil sich der Bau des Hotels bisher deutlich verzögert hat, entgehen der Hansestadt zusätzlich noch Pachteinnahmen.

Die Kritik des Untersuchungsausschuss-Vorsitzenten Peter Tschentscher, der Senat hätte versucht, „die Kosten herunterzurechnen“, konterte der Sprecher der Kulturbehörde, Karl Olaf Petters. Das Vorgehen sei transparent gewesen, so Petters zum Hamburger Abendblatt. Seit 2006 seien der Bürgerschaft die Zahlen bekannt gewesen.




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