Heizkosten: kalter Winter hat Nachspiel

2. März 2011 | von

Der frostige Dezember wird die deutschen Haushaltskassen schwer belasten. Experten rechnen für das Jahr 2010 mit deutlich teureren Heizkostenabrechnungen als im Jahr zuvor.

Als ob Schneechaos zu Weihnachten mit reihenweise ausgefallen oder verspäteten Flügen, festgefrohrenen Zügen und eingeschneiten Autobahnen nicht schon ärgerlich genug waren, müssen die Verbraucher in Deutschland mit einer weiteren unschönen Erinnerung an den strengen Winter anno 2010 rechnen: der Heizkostenabrechnung. Diese könnte den Experten der Energieagentur NRW zufolge deutlich höher ausfallen werden als noch im Jahr 2009.

Mehrkosten von durchschnittlich 25%

Im Schnitt müssten Verbraucher mit 20% höheren Heizkosten gegenüber dem langjährigen Mittel rechnen, gegenüber 2009 sind sogar 25% mehr fällig, so die in Düsseldorf ansässige Agentur. Grundlage der Berechnung sind die kürzlich vom Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt (IWU) herausgegebenen Gradzahlen des vergangenen Jahres. Demnach war der vergangene Winter der kälteste in den vergangenen 10 Jahren, hinzu kommt die lange Kälteperiode am Anfang des Jahres.

Entsprechend oft und gerne griffen die Deutschen zum Heizungsregler, um es wenigstens in den eigenen vier Wände gemütlich warm zu haben, was sich umgehend auf der nächsten Heizkostenabrechnung bemerkbar machen wird.

Langfristig hilft nur eine konsequente energetische Modernisierung

Wenn die Mehrkosten ein ungeplantes Loch ins Haushaltsbudget reißen, bleibt angesichts der Unwägbarkeiten des Wetters entweder ein Heizungsmanagement a la Thilo Sarrazin („Pullover anziehen“) oder eine umfassende energetische Sanierung der Immobilie. Die Einsparpotentiale sind angesichts des großen Bestandes an schlecht gedämmten und mit altersschwachen Heizungen ausgestatten Wohnhäusern enorm. Bei älteren Gebäuden kann der Energieverbrauch mit einer energetischen Modernisierung um bis zu 70 Prozent gesenkt werden. Sind die Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt, kann die Einsparung sogar noch höher ausfallen.

Zwar kostet eine Investition in Dämmung, Heizung und ähnliche Maßnahmen hohe Investitionen, im Zuge der Sanierung steigen allerdings gleichzeitig der Immobilienwert und Wohnkomfort. Zudem werden energetische Maßnahmen durch die staatliche KfW-Bank mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen gefördert. Gute Nachrichten gibt es auch für diejenigen, denen eine Sanierung „auf einen Schlag“ zu teuer ist: Seit gestern fördert die KfW erneut die schrittweise Sanierung durch Einzelmaßnahmen.




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