Wegen Fehlprognose: Haushalte zahlen zu viel für Strom

10. März 2011 | von

Wegen einer offenbar zu hoch angesetzten Ökostrom-Umlage zahlen deutsche Haushalte in diesem Jahr zu viel Geld für Strom. Die Diskrepanz beruht auf einer falschen Schätzung zum Ausbau erneuerbarer Energien, wie das Vergleichportal Verivox berichtet.

Insgesamt belaufen sich die Zusatzkosten für Privathaushalte in Deutschland Verivox zufolge auf 880 Millionen Euro. Schuld daran sei ein zu hoch prognostizierter Ausbau erneuerbarer Energien, der die dafür vorgesehene EEG-Umlage deutlich verteuert hat.

Festgelegt wurde die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2011 bereits am 15. Oktober 2010 durch die Netzbetreiber und beruht auf einer Prognose der Kosten, die im Folgejahr durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien entstehen. Für 2011 stieg diese Umlage um 7,5 Prozent von netto 2,05 Cent auf 3,53 Cent je Kilowattstunde mit der Folge, dass knapp 750 Stromanbieter zum Teil bereits kurz vor Ende des vergangenen Jahres deutlich ander Preisschraube drehten. Durchschnittlich stiegen die Strompreise um 7 Prozent, meist mit der gestiegenen EEG-Umlage als Begründung.

Weniger neue Solaranlagen als erwartet

Wie Verivox berichtet, wurden 2010 allerdings deutlich weniger Solaranlagen in Deutschland installiert als prognostiziert, die EEG-Umlage ist demnach deutlich zu hoch ausgefallen. Den aktualisierten Berechnungen zufolge ergibt sich eine EEG-Umlage von 2,7 Cent pro Kilowattstunde, deutlich weniger als die derzeit geforderten 3,53 Cent. Zwar kommen zu den 2,7 Cent noch 0,3 Cent/kWh dazu, die aufgrund einer zu niedrig angesetzten Prognose für 2010 zu wenig gezahlt wurde, die Diskrepanz beträgt dennoch 0,53 Cent je kWh.

„Verloren“ ist das Geld für die Verbraucher dennoch nicht. Im jeweils kommenden Jahr werden die Prognosen mit den tatsächlichen Werten verrechnet und ausgeglichen. Bis dahin zahlen die Haushalte erstmal deutlich zu viel für Strom. Inwiefern das im kommenden Jahr kompensiert wird, steht derzeit in den Sternen.

„Ob es sich bei der Fehlprognose um Absicht oder einen Rechenfehler handelt, kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden“, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. In beiden Fällen resultiere es jedoch in einer unnötigen Belastung der Haushalte, so Reese weiter. Ein Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh zahlt demnach knapp 21 Euro zuviel.




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