Wechselfaule Verbraucher verschenken Milliarden für Strom und Gas

14. März 2011 | von

Deutschlands Verbraucher verschenken durch Bequemlichkeit Milliardenbeträge für Energie. Fast die Hälfte der Haushalte bezieht seinen Strom trotz zahlreicher alternativer Angebote noch immer vom meist teuren Grundversorger. Dabei ist ein Wechsel des Anbieters oder des Tarifes unkompliziert und risikolos, Stromausfälle drohen nicht.

Immer neue Tariferhöhungen für Strom und Gas können Deutschlands Verbraucher offenbar nicht schocken oder wenigstens zum Anbieterwechsel motivieren. Einem Bericht des Verbraucherportals toptarif.de unter Bezugnahme auf Kennzahlen der Bundesnetzagentur zufolge beziehen 45% der Haushaltskunden ihren Strom noch immer vom lokalen Grundversorger. Etwas wechselwilliger zeigen sich Gaskunden: Hier beläuft sich der Anteil der treuen Grundversorgerkunden auf 27 Prozent.

Grundversorger oft teuer

Das ist umso verwunderlicher, da die Basistarife der lokalen Grundversorger oftmals zu den teuersten Angeboten überhaupt gehören. Die Haushalte verschenken laut toptarif.de so knapp 1,2 Milliarden Euro jährlich. Dabei könnten Strom und Gasrechnung ohne großen Aufwand durch einen Tarif- oder Anbieterwechsel deutlich reduziert werden. Der Wechsel des Strom- oder Gasversorgers ist dabei denkbar unkompliziert und risikolos, das Angebot an unterschiedlichen Tarifen und Optionen seit der Liberalisierung des Marktes vielfältig.

Riesiges Sparpotential

Auch einzelne Haushalte können so erhebliche Summen sparen. Dazu ist nicht einmal der Wechsel des Anbieters notwendig, „bereits durch eine einfache Umstellung des Tarifs hin zum günstigsten Wahlangebot des lokalen Grundversorgers lassen sich die jährlichen Stromkosten im Durchschnitt um 5,7 Prozent, die Gaskosten sogar um 7,9 Prozent reduzieren”, erklärt Daniel Dodt von toptarif.de.

Für einen deutschen Durchschnitthaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh Gas bzw. 3.500 kWh Strom entsprächen dies jährlich 83 Euro Ersparnis für Gas und 52 Euro für Strom, wenn die günstigsten Tarifangebote des Grundversorgers genutzt würden.

Mit einem kompletten Wechsel des Anbieters kann die Energierechnung noch deutlich weiter gedrückt werden. Für die Stromversorgung liegen die günstigsten Konkurrenzangebote im ersten Vertragsjahr nochmals durchschnittlich 125 Euro unter dem billigsten Grundversorgertarif, Stromkunden in Großstädten könnten sogar 265 Euro sparen. Allerdings enthalten die günstigsten Tarife oft einmalige Bonuszahlungen für den Wechsel oder die Vertragsverlängerung.

Skepsis vor Anbieterwechsel

Bedenken und Unkenntnis sind dabei die Hauptgründe für die mangelnde Wechselbereitschaft. Viele Kunden würden aus Angst vor Versorgungsausfällen den Wechsel des Anbieters scheuen, erklärte Doth die zögerliche Haltung der Verbraucher. Die Ängste vor Stromausfällen oder abgestellter Heizungen seien jedoch unbegründet. Die Versorgungssicherheit sei während der Umstellung durch den Netzbetreiber garantiert und vom Gesetzgeber geregelt, so Doth weiter.




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