Wieder Ärger um Energieteam-Arena: Paderborner müssen Fußball-Lärm ertragen

23. März 2011 | von

Seit dem Bau des Paderborner Fußballstadions gibt es Querelen mit den Anwohnern. Erst wurde während der Bauphase geklagt, nun gingen Paderborner wegen Lärmbelästigung vor Gericht. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschied allerdings zugunsten des SC Paderborn 07: Anwohner von Fußballstadien müssen mit der Lärmbeeinträchtigung leben.

Die Energieteam-Arena hat dem SC Paderborn 07 bisher schon eine Menge Ärger eingebrockt. 2003 wollte der Verein seine Spielstätte, das altehrwürdige, aber marode Hermann-Löns-Stadion, durch ein moderneres Stadion ersetzen lassen. Doch gleich bei Baubeginn 2005 gingen die Anwohner auf die Barrikaden. Nach längerem Hin und Her wurde dem Verein aufgrund fehlender Parkplätze und unzureichender Verkehrsanbindung die Baugenehmigung entzogen. Erst nach zweijährigem Stillstand und der Vorlage eines neuen Masterplans wurde die Genehmigung wieder erteilt, die Investorengruppe musste neben dem etwa 12,5 Mio. Euro teuren Stadion auch noch drei Parkhäuser, eine Multifunktionshalle und eine neue Abfahrt direkt von der B1 anlegen, was die Kosten in etwa verdoppelte. Januar 2008 wurde der Bau erneut eingestellt, da die Stadt Paderborn ihre Finanzzusage an den Generalunternehmer Bremer AG nicht in voller Höhe geleistet hatte. Erst im März 2005 waren alle Hindernisse beseitigt, das Stadion konnte errichtet werden.

Der Ärger geht weiter

Doch auch nach dem Eröffnungsspiel in der damals noch paragon arena genannten Spielstätte am 20. Juli 2008 riss der Ärger nicht ab. Erst war die Paragon AG finanziell nicht mehr in der Lage, das Namenssponsoring aufrecht zu halten, und musste 2009 als Stadion-Sponsor aussteigen. Dann klagten erneut die Anwohner gegen das inzwischen in Energietem-Arena umbenannte Stadion.

Neuster Streitpunkt: abendlicher Torjubel

In der aktuellen Auseinandersetzung geht es um die Lärmbelästigung, die die Paderborner in Stadionnähe ertragen müssen. Das Verwaltungsgericht Minden hatte die Klage in erster Instanz abgewiesen, das Oberverwaltungsgericht Münster entschied nun zugunsten der Stadionbetreiber. Die Anwohner hatten wegen des Lärmpegels abends und nachts geklagt. Torjubel und ähnliche Publikumsreaktionen würden die zulässigen “Immissionsrichtwerte” überschreiten. Das OVG begründete sein Urteil damit, dass die Spiele der Zweiten Bundesliga nur selten abends stattfinden. Die wenigen Abendspiele seien im Sinne der Sportanlagenlärmschutzverordnung zumutbar. Laut Baugenehmigung sind Spiele vor Publikum ohnehin nur bis 22 Uhr genehmigt. Der Beschluss ist unanfechtbar und dürfte zumindest im Moment Ruhe in die Angelegenheit bringen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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