Konservativ statt linksalternativ: Makler suchen neue Mieter fürs Liebig 14

29. März 2011 | von

Immobilie mit einem Hauch von Revoluzzertum: Im Juni sollen Wohnungen des ehemals besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße 14 wieder vermietet werden. Das linksalternative Wohnprojekte im Szenebezirk Friedrichshain wurde Anfang Februar unter massiven Protesten von der Polizei geräumt. Mehr als fünf Stunden lang lieferten sich damals Randalierer der linksradikalen Szene Kämpfe mit der Polizei. Jetzt sind Makler mit der Suche nach neuen Mietern beauftragt.

So schnell kann´s gehen: Knapp zwei Monate ist es her, dass das besetzte Haus in der Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain unter Protest geräumt wurde. Anwohner und Bewohner hatten sich lange gegen die Räumung eines der letzten Symbole der Hausbesetzerszene gewehrt, die Bewohner waren noch einen Tag vor Räumung mit dem Versuch, das Wohnprojekt zu retten, vor Gericht gescheitert. Die Räumungsaktion endete mit einem massiven Polizeieinsatz mit etwa 2500 Beamten, 82 Festnahmen und etlichen Verletzten auf beiden Seiten.

Nun suchen Makler neue Mieter für das Objekt, als Einzugstermin wird der Juni diesen Jahres genannt. Noch befinden sich Handwerker im Haus, um die Überreste des Kampfes zu beseitigen. Bei der Räumung ging einiges zu Bruch, als die Polizei mit Brecheisen, Rammbock und Motorsäge die Barrikaden der Bewohner einzureißen versuchte. Die für die Vermietung zuständige „Immobiliengruppe Berlin & Düsseldorf“ zeigt sich jedoch optimistisch, dass der Termin machbar sei. Der fertige Bau wird dann dem umliegenden Quartier angepasst sein, sprich: die Wohnungen saniert, die Fassaden aufgehübscht und das Ganze für einen über dem gängigen Mitspiegel gelegenen Preis angeboten. Seinen alternativen Hintergrund wird man dem Liebig 14 dann wohl nicht mehr ansehen.

Interessenten können sich schon jetzt im Internet informieren und Kontakte zu den Maklern knüpfen. Es gelten die gängigen Kriterien: Kopie des Lichtbildausweises, Kopien der letzten drei Gehaltsabrechnungen, Bescheinigung über Mietschuldenfreiheit und eine Schufa-Auskunft genügen, um sich um eine der Wohnungen zu bewerben. Der Netto-Quadratmeterpreis wird vermutlich bei sieben Euro liegen, die Wohnungen haben ein bis vier Zimmer und bewegen sich zwischen 44 und 119 Quadratmetern Größe. Nur das linksalternative Flair wird man hier wohl vergeblich suchen…




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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