Grundsteinlegung für erstes Ikea-Fertighaus: Wird Bloklok zum Ladenhüter?

5. April 2011 | von

Ikea gibt nicht auf: Das erste Ikea- Fertighaus „Boklok“ wird gebaut. Nach einem Vorlauf mit diversen Schwierigkeiten folgt nun in Wiesbaden der erste Spatenstich. Das Projekt bleibt dennoch umstritten.

Der geplante Super-Coup des schwedischen Einrichtungshaus Ikea lies lange auf sich warten. Vor etwa einem Jahr begann mit großer Resonanz der Verkauf von Immobilien des Wohnkonzeptes „Boklok“. Zum Konzept gehören Mehrfamilien- sowie Reihenhäuser, die nach skandinavischem Vorbild aus Holz gefertigt sind. Das Interesse der Kunden nach Besichtigung von Musterhäusern war anfangs so groß, dass überlegt wurde, das Los über den Kaufzuschlag entscheiden zu lassen. Im Wiesbadener Stadtteil Auringen erfolgt nun in wenigen Tagen die Grundsteinlegung für das erste „Boklok“- Reihenhaus, sieben weitere sollen hier, nochmals acht in Offenbach folgen. Allerdings sind noch nicht alle der Häuser verkauft, wie eine Unternehmenssprecherin von Ikea bestätigt.

Vernichtende Kritik von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest war vor einem halben Jahr weniger begeistert, als Ikea es sich sicherlich gewünscht hätte. Vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde kritisiert. So sei das Haus wie beworben zwar günstig, aber vieles sei im Preis eben doch nicht enthalten: Die Kosten für Malerarbeiten und Fußbodenbeläge sowie Notar, Grundbucheintrag und Grunderwerbssteuer müsste der Käufer zusätzlich selber tragen. Ein Blick auf die Bauverträge verriet: Hier finden sich Klauseln, die den Käufer benachteiligen!

Auch in puncto Baubeschreibung fanden sich erhebliche Kritikpunkte. Die Beschreibung war von der Baufirma so vage gehalten, dass der Kunde keine Garantie hat, dass das Haus so aussieht, wie es seinen Vorstellungen entspricht. Auch vom versprochenen Schallschutz ist im Bauplan plötzlich keine Rede mehr, der Kunde wird auf 15 Jahre an einen Energielieferanten gebunden … kurz: Die Verbraucherschutzorganisation fällte ein vernichtendes Urteil.

Trotz verhaltenem Interesse folgt der erste Spatenstich

In der Folge ging das Interesse der Kunden an einem „Boklok“-Haus verloren. Aus Ermangelung an Käufern musste Ikea im Oktober letzten Jahres das Bauvorhaben auf Eis legen. Zwar hat das Unternehmen inzwischen einige Kritikpunkte aufgegriffen und nachgebessert, andere Vorwürfe aber als unbegründet zurückgewiesen. Entsprechend verhalten ist das Echo potenzieller Käufer.

Als platzsparend, funktional und hochwertig bewirbt Ikea seine Fertighäuser. In wieweit die Kunden dieser Aussage nach dem Urteil von Stiftung Warentest noch trauen, bleibt abzuwarten.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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