Weiterhin Wohnungsmangel in Hamburg

5. April 2011 | von

Hamburg bekommt sein Wohnungsproblem nicht in den Griff: Nach Angaben der Diakonie fehlt es der Hansestadt massiv an Sozialwohnungen. Günstiger Wohnraum bleibt somit Mangelware.

Das Diakonische Werk bemängelt, dass die Zahl der Wohnungen für sozial Benachteiligte seit den 1970-er Jahren von 400.000 auf 100.000 gesunken ist. Diese Tatsache stelle vor allem arme Menschen, Obdachlose sowie große Familien vor eine prekäre Situation, die beinah aussichtslos erscheint.

Laut Diakonie habe mittlerweile fast jeder zweite Haushalt in Hamburg einen Anspruch auf eine Sozialwohnung. Doch die Nachfrage ist rund viermal höher als das momentane Angebot auf dem Markt. Hinzukommen stetig Mieterhöhungen, die es den Wohnungsuchenden umso schwerer machen, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Nach Ansicht des Diakonischen Werkes liege die Verantwortung für den stetig wachsenden Wohnungsmangel bei der Wohnungswirtschaft, die ihrem „sozialen Versorgungsauftrag“ zielstrebiger und konsequenter verfolgen müsse. Um diesem Problem entgegen zu wirken, fordert die Diakonie mit einem 10-Punkte-Programm die Immobilienwirtschaft auf, sich der „massiven Wohnungsnot“ zustellen und dieser entgegen zu wirken. In ihrem Programm möchte die evangelische Organisation die Diskriminierung am Wohnungsmarkt bekämpfen. Sie strebt eine Entwicklung von zielgruppenspezifischen Programmen an, indem sie eine Betreuung von ehemals Obdachlosen in ihrer neuen Wohnung vorsieht ,aber auch Menschen mit Behinderung bei ihrem Wohnungseinzug unterstützt.

Unterstützung fordert die Kirche hier nicht nur von der Wohnungswirtschaft, sondern auch vonseiten der Politik. Wie Diakonie-Vorstandsmitglied Gabi Brasch dem Hamburger Abendblatt mitteilte, seien politische Impulse sowie finanzielle Anreize notwendig, denn „umsonst wird die Wohnungswirtschaft es nicht tun“.

Die Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau beteuerte der Kirche gegenüber, dass man sich dem Wohnungsbau in der Hansestadt annehmen werde und sich somit dieser Fehlentwicklung stelle. „Bezahlbare Wohnungen sind in den vergangenen Jahren zu wenig gebaut worden. Dieser Fehlentwicklung müssen wir gegensteuern“, sagte Blankau dem Hamburger Abendblatt.




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