Berliner Wohnungsgesellschaft GSW glückt größter Börsengang seit März 2010

14. April 2011 | von

Nach langem Hin und Her wird morgen der Börsengang der Berliner Wohnungsgesellschaft GSW über die Bühne gehen. Zwar entspricht das Platzierungsvolumen nicht den Erwartungen des Unternehmens, dennoch darf die GSW nach ihrem stockenden Vorlauf aufatmen.

Lange hat es gedauert, jetzt ist er endlich geglückt: der Börsengang der Berliner GSW. Wie am heutigen Donnerstag mitgeteilt wurde, startet die GSW-Aktie am morgigen Freitag mit einem Preis von 19 Euro. Angeboten werden circa 24,6 Millionen Unternehmensanteile, von denen etwa 15, 3 Millionen Anteile von den alten Aktionären, den Fondsgesellschaften Whitehall und Cerberus, stammen, die das Unternehmen 2003 dem Land Berlin abgekauft hatten.

Das Platzierungsvolumen beträgt demnach rund 468 Millionen Euro. Zieht man die 353 Millionen Euro für Whitehall und Cerberus ab, kann die GSW mit einem Emissionserlös von insgesamt 115 Millionen Euro rechnen. Damit liegt das Platzierungsvolumen zwar am unteren Ende der Erwartungen – ursprünglich wurden die Anteilsscheine in einer Spanne von 19 bis 23 Euro angeboten, dann aber durch Investoren gedrückt -, markiert aber dennoch den größten Börsengang seit Chemikalienhändler Brenntag im März 2010.

Der Start gestaltete sich zunächst holprig: Der erste Versuch eines Börsengangs scheiterte im Mai letzten Jahres. Die Schuldenkrise in Griechenland und große Kursstürze hatte die Situation bei Anlegern zu unsicher gemacht, sodass der Gang an die Börse zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Dazu kam damals eine anstehende Umschuldung des Unternehmens in Höhe von etwa 890 Millionen Euro, welche mittlerweile aber dank einer Einigung der GSW mit den Gläubigerbanken aus dem Wg geräumt ist. Der Kredit kann nun durch neue Darlehen in Höhe von knapp 875 Millionen Euro refinanziert werden, eine Übernahme durch das Frankfurter Wohnungsunternehmen „Deutsche Wohnen“ konnte abgewendet werden.

Die GSW verfügt über etwa 49.000 Wohnungen in Berlin und ist eine der größten Wohnungsgesellschaften der Hauptstadt. Als Verwalter betreut sie darüber hinaus mit einer Tochtergesellschaft knapp 17.000 weitere Wohnungen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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