Privatanleger besser schützen: Reformen zu „Offenen Immobilienfonds“

22. April 2011 | von

Im Bereich der „Offenen Immobilienfonds“ (OIF) will der Gesetzgeber neue Regelungen einführen, um Privatanleger besser vor Verlusten zu schützen.

Der Gesetzgeber sieht für „Offene Immobilienfonds“ (OIF) neue Regelungen vor. Mit diesen Neuregelungen sollen die OIF stabiler und für Privatanleger attraktiver werden. Die Neuerungen betreffen vornehmlich die Laufzeit für Neuanleger sowie die Kündigungsfristen von OIF-Anteilen. Die Regelungen sehen vor, dass Neuanleger ab spätestens 2013 ihre OIF-Anteile für mindestens 24 Monate nach Erwerb halten sollen. Ausgenommen sind hiervon Rückzahlungsbeträge von bis zu 30.000 Euro. Der für Anleger verfügbare Betrag von 30.000 Euro pro Kalender-Halbjahr bleibt also von den neuen Regelungen unangetastet und die Liquiditätsbedürfnisse fast aller Privatanleger sind auf diese Weise ausreichend abgedeckt.
Bestands- und Neuanleger müssen spätestens ab 2013 eine 12-monatige Kündigungsfrist einhalten, sofern sie eine Auszahlung von mehr als 30.000 nach der Mindesthaltefrist erhalten wollen. Außerdem sollen die Fonds lediglich noch maximal 30% ihrer Immobilien über Kredite finanzieren dürfen. Dies teilte der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) mit.

Mehr Stabilität für Privatanleger

Laut BVI seien Privatanleger Gewinner der Reformen, da für sie künftig die Stabilität der Produkte steigt. Gleichzeitig sind sie im Gegensatz etwa zu Großanlegern flexibel bezüglich des freigestellten Verfügungsrahmens in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Die Reformen tragen den Negativfolgen der OIF während der Finanzkrise Rechnung. Die OIF zählten währen der Krise zu den großen Verlieren, was Kleinanleger besonders hart traf und das Vertrauen in die Fonds erschütterte. Das Problem der OIF ist, dass das Geld zwar langfristig angelegt wird, die Anteilseigner es aber bei Bedarf, wie im Falle der Finanzkrise, kurzfristig wieder abrufen können. So planten in der Rezension viele Großanleger wie Versicherungsunternehmen ihr Kapital abzuziehen, wofür jedoch der Liquiditätspuffer des Fonds nicht ausreichte. Um dem entgegenzuwirken, hätten Teile der Immobilienbesitztümer verkauft werden müssen, was aber in der Krise nur mit Verlusten möglich gewesen wäre. Daher wurde die Rücknahme von Anteilen bei einigen Fonds ausgesetzt, weswegen es noch immer zehn geschlossene Fonds gibt, bei denen rund 25 Milliarden Euro unantastbar sind.




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