Schwarzbuch 2010: Die zehn größten Immobilien-Sünden des Jahres

26. April 2011 | von

Auch die aktuelle Ausgabe des Schwarzbuchs „Die öffentliche Verschwendung“ des Bundes der Steuerzahler trägt wie jedes Jahr eindrucksvolle Beispiele zusammen, wie die öffentliche Hand so manches Mal recht unwirtschaftlich mit deutschen Steuergeldern umgegangen ist – sehr zur Freude von Immobilienbranche und Baufirmen.

Schwarz auf weiß liegt sie nun hier: die 38. Ausgabe des Schwarzbuchs des Bunds für Steuerzahler. Wieder wurden großartige Beispiele dafür aufgelistet, wie man mit öffentlichen Geldern bitteschön nicht umgehen sollte. Kostenexplosionen, teure Fehler oder simple Fehlplanungen – von der Verschwendung von Steuergeldern profitiert nahezu jede Branche.

Auch in puncto Immobilien hat das Schwarzbuch wieder viele Exempel zu bieten: ob blind Immobilien ohne Verwendungszweck erworben werden, die Schulhofgestaltung aus dem Ruder läuft, Architekten einen falschen Kostenindex ansetzen oder Großprojekte wieder Bau eines Kreuzfahrtterminals nicht hinreichend geprüft werden – manchmal scheint den Verantwortlichen kein Fehler zu dumm.

Hier nun das Ranking der zehn kostspieligsten öffentlichen Unwirtschaftlichkeiten:

Platz 10: Friedrichshafener Fehlinvestition

Den Anfang der Rangliste belegt mit Platz 10 ein Immobilienkauf in Friedrichshafen. Man könnte meinen, der Erwerb eine Immobilie erfolge aus triftigen Gründen. Mitnichten: Im Jahre 2000 überraschte die Stadt Friedrichshafen mit dem Kauf einer Immobilie mit Garage und ca. 1.600 Quadratmetern Grundfläche – das seither vor sich hin modert. Schon vorher stand das Haus über Jahre leer, weil sich kein Käufer fand, was die Frage aufwirft, warum die Stadt eine solche Immobilie überhaupt erwirbt. Offensichtlich ist sich Friedrichshafen darüber auch nicht im Klaren, wie der damalige Oberbürgermeister einräumt. Totalsanierung und Abriss standen zur Debatte, ein konkretes unmittelbares Nutzungskonzept jedoch nicht. Zehn Jahre später kommt nur noch Abriss infrage: Wenn die Stadt keinen Käufer findet, kommt jetzt die Abrissbirne zum Einsatz. Das finanzielle Ausmaß der Fehlinvestition ist daher noch nicht bekannt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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