Mietpreisexplosion als Folge der Arbeitnehmerfreizügigkeit befürchtet

2. Mai 2011 | von

Als Folge der seit 1. Mai geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit, nach der Arbeitnehmer aus acht mittel- und osteuropäischen Staaten in Deutschland Jobs annehmen können, rechnet der Mieterbund mit steigenden Mieten in Ballungsräumen. Besonders im Bereich der Kleinraumwohnungen werden deutliche Mietsteigerungen erwartet.

Nach Ansicht von Experten wird die neu geltende Regelung zur Arbeitnehmerfreundlichkeit spürbare Auswirkungen auf dem Wohnungsmarkt hinterlassen. Gerade in Ballungsgebieten rechnen Fachleute mit Mietsteigerungen, im Speziellen im Segment der Ein- bis Zweiraumwohnungen. „Jeder, der in Ballungsräume zieht, verschärft die Situation um preiswerten Wohnraum“, lautete die Stellungnahme eines Sprechers des Deutschen Mieterbundes gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. André Adami, Wohnungsmarktexperte des Immobilienmarktforschungsunternehmen BulwienGesa, schätze die Situation ähnlich ein. Er gab zu bedenken, dass die meisten Zuwanderer eine günstige Wohnung suchen werden, da sie zunächst einmal nicht mit der gesamten Familie, sondern überwiegend alleine zuziehen werden.

Zuwanderer als Konkurrenten

Mit dem steigenden Bedarf an preiswerten Kleinraumwohnungen würden, so Adami, die osteuropäischen Zuwanderer in Konkurrenz mit Hartz IV-Beziehern treten. Verschärft würde diese Situation durch die sowieso bereits rückläufige Zahl an günstigen Wohnungen. Es gebe kaum noch sozialen Wohnungsbau, und durch energetische Sanierungen seien auch bislang billige Mieten gestiegen. Adami befürchtet gar, dass bei dem schnellen Zuwachs von jährlich circa 100.000 erwarteten Zuwanderern in einigen Städten Wohncontainer errichtet werden müssen.

Am meisten betroffen von den osteuropäischen „Konkurrenten“ seien laut Mieterbund die wirtschaftsstarken Regionen. Ulrich Blum, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), prognostiziert Wohnungsengpässe in Städten wie Stuttgart, München und Frankfurt. Andererseits jedoch rät Blum dem Staat davon ab, billigen Wohnraum in den Ballungsgebieten zu schaffen. Nur mit Steigerung der Mieten würden für Unternehmen Anreize geschaffen, Arbeitsplätze auch in mittelgroßen Städten anzubieten, in denen der Mietpreis geringer sei.




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