Gagfah: Nach Klage nun Mieteraufstände

3. Mai 2011 | von

Bundesweit kommt es zu Protesten gegen die korrupten Machenschaften der Gagfah. Gagfah-Mieter wehren sich gegen steigende Mieterhöhungen und systematischen Terror. Schimmelpilze, bröckelnde Fassaden und undichte Fenster scheinen die US-Firma kalt zu lassen. Doch nach der Klage der Stadt Dresden gegen die Gagfah Group, fordern jetzt auch die Mieter eine Aufhebung der Missstände.

Schimmelpilze, nasse Wände und steigende Mietkosten versetzen viele deutsche Gagfah-Mieter in Zorn. Die Dachgesellschaft, welche für diverse deutsche Tochterunternehmen im Bereich der Immobilienwirtschaft fungiert, lässt zahlreiche Wohnungen verkommen und zockt ihre Mieter mit erheblichen Mietkostensteigerungen ab. Eine bundesweite Protestwelle versucht nun geschlossen gegen die Gagfah vorzugehen.

Gagfah-Mieter in Dresden berichten von Betriebskostenerhöhungen von bis zu 540 Prozent für Hausmeisterdienste oder einem willkürlichen Wechsel des Kabelanbieters, sie erzählen von nassen Wänden, Pilzbefall und undichten Fenstern: ein Zustand, den sie nicht länger hinnehmen können. Spätestens seitdem sich eine 20-prozentige Mieterhöhung zum 1. Juli angekündigt hat, gehen die Mieter auf die Barrikaden. Sie sprechen sich gewollt gegen die US Firma Gagfah bei einer Info-Veranstaltung des Mietvereins Dresdens aus und fordern eine Lösung zur Bewältigung aller Missstände, denn auf Beschwerden und Anrufe bekomme man laut den Aussagen der Gagfah-Mieter monatelang keine Antworten. Es ist sogar die Rede von einem systematischen Terror gegen „querulante“ Mieter, die sich gegen das Vorgehen des Betriebs wehren wollen.

Die gut gemeinten Worte des Vorsitzenden des Mietvereins Dresdens Peter Bartels und des Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Stadtrat Peter Lames reichen bei der Informationsveranstaltung nicht aus, um den „Volkszorn“ zu bändigen. Ihr Plan: die Einführung eines städtischen Mieterbeirates und einer neuen kommunalen Wohnungsgesellschaft, welche gegen die Missstände vorgehen soll. Vor einigen Wochen hatte Dresden das Wohnungsunternehmen auf 1,06 Milliarden Euro verklagt. Doch traut man den Aussagen Bartels, würden bei einem eventuellen Vergleich, die Vergleichskosten vermutlich auf die Mieter zurückfallen.

Hamburg: 130 Instandsetzungsklagen gegen Gagfah

Auch in Hamburg protestieren Gagfah-Mieter gegen das Vorgehen der „US- amerikanischen Heuschrecke Fortress“, welche mit einem Aktienanteil von 60 Prozent den Hauptaktionär der Gagfah darstellt, wie jungewelt.de berichtet. Mieter proben Aufstände vor der Hamburger Gagfah Verkaufsstelle im Stadtteil Wandsbek. Der Mietverein Hamburg sowie die Initiative „Mieter helfen Mietern“ reichen nun für insgesamt 130 Mitglieder eine Instandsetzungsklage ein. Wie auch schon in den Wohnungen in Dresden sehen sich die Mieter in Hamburg ebenfalls mit starkem Schimmelbefall an ihren Wohnungswänden konfrontiert. Die Reaktionen der Gagfah auf die Wohnungsmissstände sind lediglich das Aussenden von Broschüren, welche auf ein richtiges Lüften in der Wohnung hinweisen soll. Der Ratgeber hilft jedoch nicht bei undichten Fenstern, Wassereinbrüchen und bröckelnden Fassaden. Mietvereine fordern Reparaturkosten in Höhe von 12 bis 15 Euro pro Quadratmeter und Jahr, denen die Gagfah jedoch nur mit 6 Euro pro Quadratmeter und Jahr nachkommt.




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