Preissteigerung im Bereich der Miet- und Eigentumswohnungen

4. Mai 2011 | von

Vor allem in westdeutschen Städten zeichnet sich eine klare, wenn auch momentan noch moderate Preissteigerung im Segment der Miet- und Eigentumswohnungen ab. In ostdeutschen Städten ist das Wohnen nach wie vor günstiger.

Eine Rangliste der teuersten und günstigsten Städte zeigt, dass die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen vor allem im Westen Deutschlands weiter angestiegen sind, in Städten also, in denen die Kosten ohnehin bereits hoch sind. Ganz weit oben auf der Liste der teuersten Städte steht nach wie vor München, welches jedoch Konkurrenz von der Hansestadt Hamburg bekommt. Dies sind die Resultate des Quartalsberichtes des Immobilieninstituts F+B.

Der Analyse des Hamburger Forschungs- und Beratungsunternehmens F+B beruht auf Angebotsdaten von rund 22 Millionen Objekten. Berücksichtigt wurden in der Untersuchung alle deutschen Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern. Ausgangs- und Vergleichspunkt bildete eine rund 70m² große und zehn Jahre alte Wohnung. Insgesamt betrachtet zeigte sich, dass die Preise für Mietwohnungen in den Monaten Januar bis März 2011 mit 0,1% nur mäßig gestiegen sind. In demselben Quartal des vorigen Jahres waren die Preise dagegen um satte 1,6% gestiegen. Im Bereich der Eigentumswohnungen ergab sich folgendes Ergebnis: Im Vergleich zum Quartal Oktober bis Dezember 2010 stiegen die Preise um 1,1%, im Vergleich zum Vorjahresquartal (Januar-März 2010) ergab sich eine Steigerung um 3,3%.

Die Preiserhöhungen sieht das Immobilieninstitut in der gestiegenen Inflationsrate und den positiven wirtschaftlichen Aussichten begründet. „Insbesondere in deutschen Großstädten ist ein großer Preisanstieg zu verzeichnen, da hier eine hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft“, erläutert F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner gegenüber der „Welt“. Die DZ Bank erwartet auf Grund des starken Wirtschaftswachstums, der hohen Beschäftigung und den derzeit niedrigen Zinsen einen weiteren Preisanstieg im Immobiliensektor, im Bereich der Wohnhäuser rechnen DZ Bank-Analysten mit Steigerungen um bis zu 4%. Ein weiterer Faktor, der die Preissteigerung begünstige, sei die Wanderung von Bevölkerungsteilen in wirtschaftlich starke Regionen.

Ranking der teuersten und günstigsten Städte

Werden die Preise pro m² für Eigentumswohnungen der durchschnittlich günstigsten und teuersten Städte betrachtet, ergibt sich eine riesige Spannbreite: Mit 660 Euro/m² liegt der Preis für eine Eigentumswohnung in der Stadt Köthen in Sachsen-Anhalt am günstigsten, während in München durchschnittlich 3580 Euro/m² gezahlt werden dürfen. Dies verdeutlicht den Trend der gesamten F+B Studie, die zeigt, dass gerade dort, wo die Preise sowieso bereits horrend sind, weitere Preissteigerungen erfolgten. „Es fällt auf, dass die 50 Städte mit den höchsten Eigentumswohnungspreisen ausschließlich in Westdeutschland liegen“, sagt Leutner. Zu diesen Städten zählen beispielsweise München, Garmisch-Partenkirchen, Dachau, Konstanz sowie Freiburg im Breisgau.

Mit 11,60 Euro/m² ist München in Hinsicht auf die durchschnittlichen Mietpreise nach wie vor Spitzenreiter. Konkurrenz bekommt München jedoch durch die Hafenstadt Hamburg, denn vereinzelt betrachtet ergibt sich dort ein Höchstquadratmeterpreis von 19,80/m². Dieser Spitzenpreis wird in Hamburg jedoch durch sehr günstige Lagen relativiert, die durchschnittliche Miete beträgt lediglich 8,80 Euro/m². Auch im Bereich der Eigentumswohnungen zeigt sich ein vergleichbares Bild. Im Schnitt liegt der Preis für Eigentumswohnungen im Hamburg bei 2490 Euro/m², in Spitzenlagen dagegen bei 7280 Euro/m². Zu den günstigsten Städten zählen mit einem Durchschnittspreis von 4,10 Euro/m² die ostdeutschen Städte Staßfurt und Plauen.




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