Sinkender Wohnungsleerstand in Berlin könnte schnell zu Engpässen führen

13. Mai 2011 | von

Das besondere Berliner Flair zieht immer mehr deutsche Unternehmen in die Hauptstadt. Eine Folge davon ist der sinkende Wohnungsleerstand, der besonders durch viele Modernisierungsprojekte begünstigt und bald zu massiven Wohnungsengpässen führen wird. Auf Grund dessen fordert der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) ein umfassendes wohnungspolitisches Gesamtkonzept.

Die grundlegenden Argumente, um in die Hauptstadt zu ziehen, sind für viele die Flexibilität am Wohnungsmarkt, das vielfältige und preiswerte Wohnungsangebot und das besondere Berliner Flair. Damit Wohnen in Berlin weiterhin attraktiv bleibt, fordert der BBU ein Konzept im Sinne einer vorausschauenden Wohnungspolitik.

Berücksichtigt man die Trends der letzten Jahre, so erscheint das geforderte Konzept der BBU gerechtfertigt. Sinkender Wohnungsleerstand, kaum Neubauten und stark wachsende Haushaltszahlen sind die Gründe für das wachsende Angebotsproblems auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Prognosen zufolge soll die Zahl der Haushalte in Berlin bis 2020 um satte 130.00 anwachsen. Zentrale Anliegen der BBU sind daher für ein zukunftsorientiertes wohnpolitisches Modell die Erstellung eines Stadtentwicklungsplans (StEP), die Weiterentwicklung der Liegenschaftspolitik, neue Förderinstrumente, die Neubegründung von Wohnraumbindungen sowie die Entstehung einer Wohnungsbauleitstelle. Man wolle mit einem Konzept vor allen Dingen die soziale Stabilität und die Entwicklungspotenziale Berlins langfristig sichern, so Maren Kern, Vorstandsmitglied des BBU.

Wohnungsleerstand sinkt stetig

Allein in den BBU-Mitgliedsunternehmen in Berlin ist der Wohnungsleerstand im Zehnjahresvergleich rund um die Hälfte zurückgegangen. Mit einem Leerstand von knapp 20.100 Wohnungen stehen bei den BBU-Mitgliedern damit im Vergleich zu 2009 13% weniger Wohnungen leer als noch Ende 2009. Kern betonte, dass die Leerstandsquote in den meisten innerstädtischen Bezirken mittlerweile bei unter 3% liege. Die wenigsten Wohnungen stehen zurzeit in Tiergarten und Wilmersdorf mit je 1,3% leer, gefolgt von Charlottenburg mit 1,5 % und Prenzlauer Berg mit 1,6 % leerstehenden Wohnungen.

Betrachtet man die Entwicklungen der letzten 10 Jahre seit dem Höhepunkt des Wohnungsleerstands im Jahr 2001, so zeigt sich nach BBU-Angaben eine auffallende Entwicklung, die deutlich mache, wie Berlin immer mehr zu einer Einheit zusammenwachse: besonders die östlichen Bezirke Berlins verzeichnen einen starken Rückgang der Wohnungsleerstände und gleichen sich an das Niveau in den westlichen Bezirken an.

Wohnungsneubau müsse wieder steigen

Neun der zehn Altbezirke mit den stärksten Rückgängen im Bereich des Wohnungsleerstands befinden sich im ehemaligen Ostteil Berlins. Die Quote sank hier von 8,4% in 2001 auf 3% Prozent. In Friedrichshain beispielsweise ist die Quote der leerstehenden Wohnungen der BBU-Mitglieder um 6,2% auf 1,8% gefallen. Auch in Mitte (2,3%), Lichtenberg (1,9%) und Köpenick (2%) sind diese Trends zu beobachten.

Besonders auffallend und durch die Modernisierungsprojekte begründet sind die rückgängigen Zahlen im Bereich der Wohnungen mit Vermietungsschwierigkeiten. Galten Ende 2010 noch 27,5% der Wohnungen als schwer vermietbar, gilt dies nun nur noch für 0,8% des Bestandes der BBU-Wohnungen. Zusätzlich wirkt sich der stagnierende Neubau negativ auf das bereits jetzt rückläufige Wohnangebot aus. Problematisch und hinderlich sind für den Wohnungsneubau vor allen Dingen die Rahmenbedingungen, so Kern. Die Mehrheit der Mieter könne sich teure Neubaumieten von 9 oder 10€/m² nicht leisten. Die Mietpreise der BBU-Mitgliedsunternehmen liegt dagegen im Schnitt bei 7,52€/m² und hat sich im Jahr 2010 um lediglich 2% erhöht.

Ein weiterer Aspekt ist die sinkende Fluktuationsrate innerhalb Berlin. Die Menschen fühlen sich offensichtlich in ihren Kiezen wohl, mutmaßte Kern. Der Anteil der von Mietern gekündigten Wohnungen ist 2010 im Vergleich zu 2002 von 9,4% auf 8,2% gesunken. Dies seinen rund 8.000 weniger Umzüge pro Jahr erläuterte das BBU Vorstandmitglied.




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