Der Mietspiegel für Berlin, der gestern auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, überraschte weniger mit dem Ergebnis, dass die Mieten der Hauptstadt weiterhin gestiegen sind, als mit dem unerwarteten Auftritt einiger Demonstranten in roten Pullis und weißen Masken, die ihren Unmut über die steigenden Mietkosten kundtaten.

Auf der Berliner Pressekonferenz überraschten weniger die gestiegenen Mietpreise als ein paar Demonstranten.
Die Stadtentwicklungssenatorin begründet die Situation mit einem „Nachholeffekt“: Aufgrund der Wirtschaftskrise seien die Mieten zwischen 2007 und 2009 weniger angestiegen, was sich nun in Folge wieder ausgleiche. Wenn man das Ergebnis auf einen Zeitraum von zehn Jahren erweitere, liege der Durschnitt bei üblichen zwei Prozent.
Unterschiede bei den Wohnbezirken
Nach wie vor gibt es deutliche Unterschiede in den Preissteigerungen, je nachdem, in welchem Stadtbezirk man wohnt. Die bevorzugten Innenstadtbezirke mit ihren beliebten und ohnehin schon teuren Altbauwohnungen verzeichnen einen Anstieg von durchschnittlich 5,5 Prozent im Jahr, doch auch Neubauwohnungen legten teilweise um 7 Prozent zu. Im Gegensatz dazu stiegen die Mieten für Plattenbauten im Ostteil der Stadt nur um 2,3 Prozent im Schnitt, was der Inflationsrate entspricht.
Je unbeliebter das Viertel und je schlechter der Zustand der Wohnungen, desto günstiger sind die Mieten. Konkret bedeutet dies, dass es die billigsten Wohnungen im Wedding gibt, wo schlecht ausgestattete Altbauwohnungen noch für Durchschnittsmieten zwischen 3 und 4 Euro pro Quadratmeter zu bekommen sind. Günstige Mieten findet man auch bei großen, unsanierten Plattenbauten. Altbauwohnungen, die in gutem Zustand sind, und schöne Neubauwohnungen liegen schnell bei etwa 6 Euro pro Quadratmeter. Besonders für große und sehr gut ausgestattete Neubauwohnungen aus den vergangen Jahren, beispielsweise in Mitte oder Prenzlauer Berg, müssen Mieter tief in die Tasche greifen: Durchschnittlich 8,19 Euro pro Quadratmeter wird hier bezahlt.
Protest auf der Pressekonferenz
Die größte Überraschung bei der Pressekonferenz waren allerdings etwas zehn mit roten Kapuzenpullovern und weißen Theatermasken verkleidete Demonstranten, die sich laut Aufdruck auf den Pullovern „die Überflüssigen“ nannten. Sie entrollten ein Transparent „Steigende Mieten - die Stadt gehört uns“ und protestierten so gegen steigende Wohnkosten. Nach einigen Minuten verließen die Demonstranten friedlich den Raum und überließen Junge-Reyer das Wort.






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