Preissteigerungen am deutschen Immobilienmarkt

21. Juni 2011 | von

Nach mageren zehn Jahren steigen die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt wieder merklich an – im Jahr 2011 allein ist ein Anstieg um mindestens drei Prozent zu verzeichnen. Auch das Kaufinteresse an Immobilieneigentum steigt, wie eine Studie jüngst zeigt.

Auf dem deutschen Immobilienmarkt machen sich seit langem wieder Wertsteigerungen bemerkbar. Vor allem im näheren Umland von Metropolen steigen die Preise für Kaufimmobilien merklich an. Die teuersten Eigenheime kann man in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden erwerben. Dies zeigte eine Studie mit dem Titel „Wohnimmobilien-Analyse“, durchgeführt von der Landesbausparkasse (LBS). Die Studie basiert auf den Daten der jährlichen Umfrage bei den LBS-Immobiliengesellschaften (LBS-I) und Sparkassen. Quintessenz der Studie ist das Ergebnis, dass der deutsche Wohnungsmarkt am Beginn eines Wachstumspfades stehe. LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm stellt in Anlehnung an die Umfrage die These auf, dass nicht nur das Kaufinteresse deutlich stärker zu spüren sei, sondern erstmals seit zehn Jahren auch deutliche Preissteigerungen von durchschnittlich drei Prozent zu erwarten seien. Dennoch zeigt die Studie auch, dass es nach wie vor große regionale Unterschiede hinsichtlich des Kaufpreises und besonders im Bereich des Baulandes gibt. So kostet der Quadratmeter für Bauland in einigen Metropolen das 20-fache desjenigen in Städten Nord- oder Ostdeutschlands.

Eigenheime in Metropolen und touristisch attraktiven Gebieten sind besonders teuer

Beliebteste Kaufimmobilien – damit schließen sich die Ergebnisse den Vorjahren an – sind nach wie vor gebrauchte Einfamilienhäuser. Aber auch in diesem Sektor sind hohe Preisunterschiede festzustellen: Die Preise für Einfamilienhäuser betragen in den teuersten Städten zehn Mal so viel wie in den preisgünstigsten. Aktuell steht an der Spitze der teuersten Großstädte die Kurstadt Wiesbaden mit einem Kaufpreis für Einfamilienhäuser von rund 750.000€. Darauf folgen die Städte München mit 710.000€, Heidelberg mit 550.000€, Ingolstadt mit 525.000€, Freiburg mit 520.000€ und Stuttgart mit 510.000€.

Bemerkenswert ist der Umstand, dass zuweilen die Preise für Kaufimmobilien nicht nur in den Metropolen selbst enorm hoch, sondern im näheren Umland noch höher angesiedelt sind. So sind beispielsweise in der Bankenstadt Frankfurt am Main die Kaufpreise niedriger als im umliegenden Hofheim, wo der Preis mit 600.000€ um satte 100.000€ höher ist als in der Mainmetropole. Auch in touristisch begehrten Regionen ist eine Preisexplosion spürbar. Im dem zum Beispiel durch König Ludwig II. und dem Starnberger See bekannten, landschaftlich schönen Starnberg ist eine Immobilie für 675.000€ zu haben und im Ski-erprobten Garmisch-Partenkirchen müssen für ein Eigenheim 625.000€ investiert werden.

Am günstigsten sind Eigeheime dagegen in den Großstädten Leipzig (160.000€), in Hannover (200.000€), Bremen und Dresden mit je 220.000€ zu haben. Noch günstiger können sich Bewohner von mittelgroßen Städten den Eigenheim-Traum erfüllen. Hier liegen die Preise meist unter 100.000€ wie beispielsweise in Bad Hersfeld (85.000).

Wer sich einen Neubau statt eines gebrauchten Einfamilienhauses zulegen möchte, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen – zumindest, wenn derjenige ein Reihenhaus in den alten Bundesländern errichten möchte. Die Einstiegspreise für neu gebaute Reihenhäuser in großen sowie mittelgroßen Städten liegen im westlichen Teil Deutschlands bei ca. 200.000€, in Ost- und Norddeutschland dagegen bei 130.000 bis 170.000€.

Große regionale Preisunterschiede für Bauland

Für die Preisentwicklung bei neuen Eigentumswohnungen rechnen die Experten gleichfalls mit Preisanstiegen, da solche Angebote meist an touristisch attraktiven Standorten sowie Ballungsräumen entstehen. Momentan stellt München in diesem Sektor den Spitzenreiter dar mit einen Quadratmeter-Preis von rund 4.050€, gefolgt von den bereits erwähnten Garmisch-Partenkirchen und Starnberg mit 3.900€ und 3.600€ je Quadratmeter. Für eine neue Eigentumswohnung in Städten wie Brandenburg oder Flensburg sind deutlich günstigere 1.000€ pro Quadratmeter zu berappen. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen ist bislang auf Grund des großen Angebots noch kein Preisanstieg zu verzeichnen.

Drastisch machen sich die Unterschiede im Preissegment für Bauland bemerkbar: Zwar kostet der Quadratmeter für Bauland in süddeutschen Großstädten und mittelgroßen Städten mit 310€ genauso viel wie im Vorjahr, doch verglichen mit Städten im Norden kostet das Bauland im Süden drei Mal so viel, im Vergleich mit dem Osten sogar vier Mal so viel. Demnach ergeben sich die Preise pro Quadratmeter im Norden mit 120€ und im Osten mit 70€. An der Spitze der teuersten Baugegenden stehen Stuttgart mit 800€/m², München mit 780€/m² und Heidelberg mit 650€/m². Im Vergleich dazu ist Bauland in mittelgroßen Städten teilweise schon für unter 50€/m² zu beziehen.




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